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Roesler.
geben will. Plinius spricht von zwei grossen Seen in Baktrien,
welche Salz absondern, der eine liege gegen die Skythen hin,
der andere nach der Seite der Arier. In dem einen See möchte
Hehn den Karabogaz, in dem andern den Aralsee erkennen.
In seiner Argumentation sind aber die entscheidenden Umstände
übersehen. Skythische Stämme umgaben Baktrien sowohl im
Norden als im Westen nach dem caspischen Meere hin, und
man dürfte in dem See, der nach den Skythen zu liegt, ebensowohl
den Aralsee als den Karabogaz erkennen, wenn man nämlich
bei der einen wie bei der andern Vermuthung ausser Acht
Hesse, dass der Aralsee so wenig wie der Karabogaz in Baktrien
lag, ja dass auch die nördlichere Provinz Sogdiana nicht
bis zu beiden sich erstreckte. Unter den Ariern sind sodann
nicht Arier im allgemeinen zu verstehen, sondern die Bewohner
der Provinz Aria, welche auch zuweilen, wenn auch weniger
richtig, Ariana genannt wird, und Baktrien südwestlich anliegt.
Plinius also will mit seiner Nachricht sagen, der eine Salzsee
liege im nördlichen an die Skythen grenzenden, der andere im
südlichen an die Arier grenzenden Theile des Baktrierlandes.
Baktrien aber, wie wir sehen, lag dem Karabogaz wie dem Aral
gleich ferne.
Auch Ammianus Marcellinus macht keine Ausnahme,
auch er kennt den See nicht, obgleich es jüngst von achtungswerthester
Seite ist behauptet worden. 1 Sein See Aria ist nicht
Aria ist bei Plinius wie bei Anderen gewöhnliche Bezeichnung der Landschaften;
ich verweise für Arii auf Plin, 61, 78 und 113, für Bactri auf
4, 39, 61, 47. 52. 134 u. s. w. Baktrien reichte nördlich nicht einmal an
den zum Caspisee gehenden Unterlauf des Oxus. Die Auseinandersetzung
über die verschiedenen Aria und Ariana in Ritters Erdkunde von Asien,
Bd. VI, 1, S. 20 (Theil VIII), auf welche sich Hehn beruft, ist grossentheils
ungenau, erspart jedenfalls das Aufsuchen der Quellen nicht, und
namentlich beruht sein Aria an der Ostseite des caspischen Meeres, welches
ein anderes sein soll, als das Land Aria um Herat, auf Missverständniss.
1 O. Peschei, Geschichte der Erdkunde, S. 7. Die Widerlegung dieser Behauptung
ergibt die Vergleichung von Ammian. 23, 6, 69 mit Ptol. 6, 17.
Die Anlehnung ist unleugbar, aber auch die Abweichungen sind beachtenswerth.
Den Worten quorum terras amnis uehendis sufficiendis nauibus
Arias perfluit nomine, faciens lacum ingentem eodem uocabulo dictitatum
entsprechen bei Ptol. die Sätze Aiappsi 8e Tr)v ’/wpav äljioXoYo; jtoTapoS
’ApElas und to 81 xaxa tt)V to 1 aüxous y £V0 P^ V7 1 v ^ xai ““ TI 1