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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

Karl’s  1.  Wahl  zum  römischen  Könige.

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sprach  auch  Galeazzo  Visconti,  der  bereits  durch  eine  englische ­
  Armee  den  französischen  König  nicht  nur  aus  Italien,
sondern  auch  aus  Frankreich  getrieben  sah.  Die  Wiederver
einigung  Frankreichs  mit  England  galt  ja  bei  den  englisch
Gesinnten  nicht  bloss  als  das  Ziel  jeder  vernünftigen  Politik,
sondern  auch  als  die  Grundbedingung  der  Wohlfahrt  Europa’s.
—  Der  Plan  des  Kaisers  war  bereits  Mitte  Juni  1516  Galeazzo
Visconti,  dem  Cardinal  von  Sion  und  Andern  bekannt. 1  Der
Cardinal  scheint  nun  den  König  aufmerksam  gemacht  zu  haben, 2
dass  Maximilian  ein  doppeltes  Spiel  treibe  und  ähnliche  Anerbietungen ­
  auch  dem  katholischen  Könige  (Ferdinand)  für  seinen ­
  Neffen  (Enkel)  gemacht  habe.  Der  dann  folgende  Auszug
aus  dem  Schreiben  lässt  aber  ersehen,  dass  der  Cardinal  die
Meinung  hegte,  der  König  möge  das  Anerbieten  nicht  gering
achten. 3  Unterdessen  ging  aber  auch  Brescia  an  die  Franzosen
und  Venetianer  verloren  und  war  Verona  einem  ähnlichen  Schicksale ­
  nahe  gebracht.  Der  Kaiser  beschuldigte  Pace,  den  Gesandten ­
  König  Heinrichs  bei  den  Schweizern,  dass  er  gegen  ihn
intriguire  und  verbot  ihm  den  Hof'. 4  Doch  scheint  Pace  sich
mit  dem  Gedanken  vertraut  gemacht  zu  haben,  dass  der  König
von  England  das  Herzogthum  Mailand  erhalten  solle,  worauf
dann  Heinrich  darüber  verfügen  könnte. 5  Der  letztere  war
aber  selbst  sehr  ungehalten  über  den  Kaiser  und  trug  Wing-Giustiniani
  trieb,  als  der  König  in  so  gehaltloser  Weise  herauspolterte,
sein  Spiel  mit  ihm.  Letters  II.  1.  n.  1991.
1  L.  c.  n.  ‘2010.  ln  dieser  Zeit  war  es,  dass  Papst  Leo  X.  während  einer
Jagd  kaum  dem  Schicksale  entrann,  von  Osmanen,  die  gelandet  waren,
bei  Palo  gefangen  zu  werden  (1.  c.  n.  2017).  -Während  ihm  aber  dieses
drohte,  sprachen  die  Lanzknecht.e  im  Solde  des  Kaisers  nur  davon,  Mailand ­
  zu  plündern  und  den  Papst  zu  prügeln,  qui  fustibus  bene  sit  percutiendus.
  L.  c.  n.  "2010.
2  Schreiben  des  Cardinais  an  König  Heinrich  v.  14.  Juni  (u.  2044).  Leider
hat  dasselbe  auf  dritthalb  Seiten  nicht  weniger  als  88  theilweise  unleserliche ­
  Zeilen,  somit  88  Lücken,  welche  das  Verständniss  beinahe  unmöglich ­
  machen.
3  n.  ‘2045.  Ex  literis  B.  domini  Cardinalis  Sedünensis.  Trient  14.  Juni.
1  Der  Kaiser  nahm  freilich  das  Verbot  nachher  wieder  zurück.  Vergl.
hierüber  auch  Wingfields  Depesche  an  König  Heinrich  vom  26.  Juni.
Wingfield  beschuldigte  Pace,  die  Geheimnisse  des  Kaisers  dem  Herzoge  von
Mailand  mitgetheilt  zu  haben.  S.  633  u.  S.  640.
5  Pace  to  Wolsey.  Letters  n.  2067.  n.  22.  Juni  1616.
Sitzung9ber.  d.  phil.-hißt.  CI.  LXX1V.  Bd.  I.  Hft.  2
            
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