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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

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Roesler.

Man  begreift  aber  sehr  wol,  dass  der  indische  Handel
den  schwierigen  Binnenlandpassagen  Mittelasiens  den  Seeweg
vorzog;  der  in  der  römischen  Kaiserzeit  mehr  nnd  mehr  zu
Aufschwung  gelangende  Seidenhandel  wählte  dagegen  seine  Route
vom  Euphrat  durch  Persien  nach  Baktra;  hier  holten  die  persischen ­
  Kauf  leute  die  Seide,  welche  Karawanen’aus  China  dahinbrachten. ­
  Dieser  Handel  bewegte  sich  nur  auf  festen  Strassen,
und  schnitt  die  beiden  Ströme  Mittelasiens  in  ihren  Mittelläufen. ­
  Die  Störung  dieses  Handels  durch  die  Kriege  zwischen
Persien  und  Rom  im  5.  und  6.  Jahrhundert  wurde  die  Veranlassung ­
  zu  Entstehung  einer  eigenen  Production  in  Europa,  welche
in  den  Tagen  des  Kaisers  Justinus  II.  (565—578)  beginnend,
bald  den  fremden  Markt  durchaus  entbehren  konnte.  Seither  ist
jener  durchaus  binnenländische,  auf  trockener  Bahn  sich  bewegende ­
  Handelsweg  verlassen  worden,  auf  dem  lange  Zeit  das  östliche ­
  und  das  westliche  Reich  mit  einander  in  Berührung  standen.

Ehe  wir  weiter  gehen,  erscheint  es  zweckmässig,  die  gewonnenen ­
  Ergebnisse  rasch  zu  überblicken.  Ich  bezeichne  aber
als  solche  folgende  Sätze:
1.  Ein  Zusammenhang  des  caspischen  und  Aralsees  darf
für  die  geschichtliche  Zeit  nicht  angenommen  werden.
2.  Das  Dasein  des  caspischen  Meeres  zwar  ist  in  geschichtlicher ­
  Zeit  reichlich  beglaubigt,  doch  war  das  Alterthum  über
den  Nord-  und  Ostrand  des  caspischen  Meeres  und  alle  daran
angrenzenden  Länderräume  sehr  mangelhaft  unterrichtet.  Dieser
Unkenntniss  wegen  müssen  Schlüsse  ex  silentio  nur  mit  höchster
Vorsicht  gezogen  werden.
3.  Ein  Arm  des  Oxus  floss  im  Alterthum  in  das  easpische
Meer.  Die  Quellen  geben  zwar  keinen  zweifellosen  Anhalt,  um
eine  Gabelmündung  nach  dem  östlichen  und  westlichen  Seebecken ­
  sicher  nachzuweisen,  doch  bestand  sie  wahrscheinlich
donde  yuan  por  eilas  Armenios,  Medios,  Partos,  Persinos,  y  otros.  De
Citraca  las  subian  a  Tartaria.  .  .  .  Ein  neuerer  Abdruck  findet  sich  in
der  Biblioteca  de  autores  Espanoles.  Historiadores  priraitivos  de  Indias.
Coleccion  dirigida  e  ilustrada  por  Don  Enrique  de  Yedia,  Madrid,  1852  I,
223.  Man  muss  sehr  voreingenommen  sein,  um  aus  dieser  Erwähnung  eines
Ueberlandweges  vom  Indus  zum  Oxus  und  von  diesem  ans  easpische  Meer
eine  Wasserfahrt  auf  dem  Oxus  bis  an  das  easpische  Meer  herauszulesen.
            
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