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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

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ftoeslef.

welche  die  persische  Handschrift  über  Choräsän  mittheilt,  findet
sich  vereinigt  in  der  russischen  Kniga  bolsomu  certjozu,  welche
an  das  Ende  des  16.  Jahrhunderts  zu  setzen  ist  und  neben  vielen
falschen  einige  merkwürdige  genaue  Angaben  über  das  Gebiet
des  caspischen  Meeres  enthält.  Nach  dieser  Beschreibung  floss
aus  dem  blauen  Meere,  wie  die  Russen  den  Aralsee  nennen,
der  Fluss  Ärzaz  oder  Argaz  (d.  i.  Arhaz)  und  floss  in  das
chwalimsche,  d.  i.  das  caspische  Meer.  Und  in  den  Fluss  Arzaz  fiel
von  Osten  der  Fluss  Amu-Derja.  Dieser  Arzaz  oder  Arhaz  ist
denn  nun  wol  kein  anderer  als  der  Al-Schasch  des  Abulfeda,
d.  i.  der  Jaxartes.
IV
Schon  Strahon  hatte  von  einem  Berichte  Kunde  bekommen,
demzufolge  es  möglich  sein  sollte,  die  indischen  Waaren  auf
dem  Wasserwege  des  Oxus  an  das  Ufer  des  caspischen  Meeres
zu  schaffen,  von  wo  sie  über  dasselbe  an  die  Mündung  des
armenischen  Araxes  nach  Albanien  und  sodann  auf  ferneren
Flusswegen  an  den  Pontos  gelangen  könnten. 1  Dieser  Bericht
scheint  auf  Patrokles  zurückzugehen.  Pompejus  wieder  soll
während  seines  Feldzuges,  bei  dem  er  aber  das  hyrkanische
Meer  nicht  erreichte,  in  Erfahrung  gebracht  haben,  dass  man
in  sieben  Tagen  Waaren  aus  Indien  über  den  Fluss  Jachrus,
der  in  den  Oxus  fällt,  und  von  da  in  das  caspische  Meer  an
den  Fluss  Cyrus  (Kur)  schaffen  könne,  worauf  sie  in  weiteren
fünf  Tagen  über  Land  an  den  Phasis  zu  gelangen  vermöchten. 2
Jachrus  lesen  unsere  Ausgaben,  Manche  vermuthen  dafür  Bactrus,
 3  d.  i.  der  Fluss  von  Balch  (Balch-äb  oder  Dehäz  der
Neueren).  Vielleicht  ist  es  aber  der  auch  sonst  genannte  Ochos.
Der  Ochos,  den  man  vor  Apollodoros,  dem  Verfasser  einer
parthischen  Geschichte,  nicht  gekannt,  floss  nach  diesem  durch
das  Gebiet  der  Parthyäer  und  der  Parner,  eines  Stammes  der
Daer, 4  die  weiter  nördlich  am  Nordabfall  des  Chorasängebirges
sassen  und  wol  nach  ihm  ,Bergbewohner'  hiessen,  wenn  der
Name  richtig  gedeutet  wird.  Man  identificirt  den  Ochos  daher  auch
1  Strab.  73.
2  Plin.  h.  n.  6,  52.  Solin.  104  ed.  Mommsen.
3  Die  Lesarten  sind  Jacrus,  Jatrus,  Dalierus,j  wahrscheinlich  ist  Dargidus,
wie  der  Fluss  von  Baktra  noch  hiess,  das  richtige.
4  Strab.  509.
            
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