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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

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Roesl  er.

gestellt  werden.  Von  den  Neueren  haben  Viele,  was  local  in
untergeordnetem  Masse  der  Fall  war,  verallgemeinert  und  Behauptungen ­
  aufgestellt,  welche  der  Begründung  entbehren.  Droysen
  hat  vom  Murghäb  behauptet,  dass  er  sich  in  Alexanders  Zeit
in  den  Oxus  ergossen, 1  Humboldt  dasselbe  vom  Ab-i  Balch  und
doch  setzen  uns  Arrianos  und  Curtius  in  Kenntniss,  dass  die
beiden  Flüsse  auch  damals  nicht  zum  Oxus  gelangen  konnten,  und
wenn  eine  Veränderung  sich  hier  zutrug,  so  kann  es  nur  die  sein,
dass  die  beiden  Flüsse  jetzt  an  etwas  höherer  Stelle  als  im  Alterthum ­
  einsickern.  Aber  nur  vielleicht,  denn  eine  Untersuchung  ist
darüber  niemals  angestellt  worden  und  wird  wegen  der  zur  Erledigung ­
  einer  so  speciellen  Frage  schwerlich  zureichenden  Nachrichten ­
  aus  dem  Alterthum  kaum  zu  einem  sicheren  positiven
Ergebnisse  zu  leiten  sein.  Ed.  Eichwald 2  hat  aus  den  Stellen
Herodots,  die  vom  Brückenschläge  des  Kyros  über  den  Oxus
melden,  auf  eine  grössere  Fruchtbarkeit  und  auf  Bewaldung
jener  Gegenden  einen  Schluss  gezogen,  den  er  mit  der  ihm
eigenen  Unbedenklichkeit  und  Sicherheit  hinstellte.  Aber  auch
diese  seiner  Behauptungen  ist  wie  so  vieles  andere  in  seinen
Werken  durchaus  unzulässig,  denn  einerseits  hat  man  schon  im
Alterthum  das  Holz  nicht  zu  reichlich  an  den  Ufern  des  Oxus
gefunden,  sondern  geradezu  über  Holzmangel  geklagt,  wie  eine
Stelle  des  Arrianos  belehrt, 3  andererseits  kann  man  aus  Alex.
Burnes  ersehen,  dass  heute  so  wenig  wie  damals  das  Holz  am
Oxus  fehlt,  wenn  es  auch  nirgends  reichlich  auftritt.  Er  sagt
aber:  ,Es  fehlt  durchaus  nicht  an  Material  zu  einer  Flotte,
da  Holz  genug  vorhanden  ist  und  zwar  in  einzelnen  Bäumen
längs  dem  ganzen  Flussthal,  nirgends  in  Wäldern  beisammen.
—  Auch  führt  der  Fluss  Maulbeerbäume  und  weisse  Pappeln,
namentlich  letztere,  die  man  zum  Hausbau  benutzt,  in  Menge
von  Hisär  bis  Tschärdschuj  herab.  Zur  Vermehrung  der  Schiffe
muss  man  das  Holz  aus  dem  umliegenden  *Lande  in  Anspruch
nehmen.  —  Man  könnte  in  jedem  Augenblicke  eine  Flotille
bauen,  um  auf  den  einzelnen  Fahrzeugen  überzusetzen,  oder
1  Geschichte  Alexanders  des  Grossen,  S.  325.
2  Alte  Geographie  des  caspischen  Meeres,  des  Kaukasus  und  des  südlichen
Russlands.  Berlin  1868,  S.  29.
3  Arrian  3,  29:  aXXto<;  8's  xai  obtopfa  uXyjc  iv  toTs  Tropou;  vjv*  xal  Tptß7)  tcoXX^
i^)a(veTo,  e?  [xaxpoOEV  [X£t(oi.£V  oua  s?$  yE^uptoatv  xoü  Ttopou-  ....
            
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