Die Aralseefrage.
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tritt 10 Werst unterhalb Ak-Mesched auf, wo sich der Jangi
Derja abzweigt und ein Bett bildet, das bis zum Aral fortsetzt.
Zehn Werst unterhalb dieser Theilung beginnt die zweite, in
die Arme des östlichen Kara-Uzak und westlichen Jaman-Sir.
Diese Spaltung hört aber beim Fort Kosch-Kurgän wieder auf.
Bald nach der zweiten Theilung geht vom Jaman-Sir links ein
Arm ab, der Tschirgeli oder Kuwan-derja, der sich mehrfach
spaltet und bei Chodschä-Nijäs wieder in ein Bett versammelt.
Gerade hier aber setzt ein Damm dann seiner ferneren Fortsetzung
ein Ziel und nur als trockene Stromfurche verlängert
sich der Kuwan-derjä bis zum Aral, den er einst gegenüber
einer Inselschar nördlich von 45" d. Br. in mehreren Mündungen
erreichte.
Der Hauptfluss setzt als ein windungsreicher Strom, dessen
Ueberschwemmungen zahlreiche Sümpfe und Seen neben den
Ufern bilden, bis unterhalb Fort Raim (Aralsk) foyt. Gegenüber
der Insel Kos (Kos Aral) gewinnt er den See, mit dem
er sich in zwei Ausflüssen vereinigt; bedeutend ist allein der
nördliche, die seichten Wasser des südlichen sind vom Schilf
überwuchert. 1
Der jetzt fast trockene Kuwan-derja soll in den letzten
Jahrzehnten des vorigen Jahrhunderts sehr mächtig, ja stärker
als der Sir gewesen sein, sodann war der südliche Arm des
Sir der Hauptausfluss, jetzt ist er verschlammt und wasserarm
und die Wasser rinnen durch den nördlichen Arm. Der östlichste
aller Arme, der Jangi Derja (Dschan derja), bildete sich,
wenn wir den Angaben aus Kirgisenmunde glauben dürfen,
erst in neuer Zeit, 1740 wurde er noch nicht gesehen oder
übersehen, zwischen 1760 und 1770 soll er entstanden sein.
Im J. 1816 zeigte er ansehnliche Verhältnisse, 1820 war er
schon wieder trocken geworden, seit 1848 soll er wieder im
Anschwellen begriffen sein. 2 Die Ursachen mögen dieselben
sem, wie die, welche die periodische Beleibtheit des Scharkrauk
herbeiführen.
1 Boutakoff. Lettre a Mr. de Humboldt 1849. Briefwechsel mit Berghaus
3, 256—266. Maksejev, Opisanie AraJjskago morja. Zapiski geogr. obscestva.
St. Peterburg 1851. 5, 56.
2 Petermann’s geograph. Mittheil. '1856, S. 283.