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R o e s 1 e r.
die nähere Oxusmündung aufwärts auf ununterbrochenen Wasserwegen
sollten nach Balch vorgedrungen sein.
Was uns aber vorzüglich bestimmen darf, das Zeugniss
der Alten von der Caspimündung des Oxus nicht zu verwerfen,
ist der Umstand, dass der südliche Tlieil des Caspibeckens
— aber auch nur dieser — von den Alten augenscheinlich ist
untersucht worden, so dass sie über die Mündung des Oxus
eine nicht blos auf Hörensagen beruhende Kenntniss besitzen
konnten. Ein Zeugniss dieses im südlichen Theile vollführten
Periplus ist die von Strabon und Plinius aus Eratosthenes geschöpfte
Ziffer der Küstenlänge des caspischen Meeres von der
Grenze zwischen den Kadusiern und Mardern bis zur Oxusmündung,
welche auf 3800 Stadien oder 95 geographische
Meilen bestimmt wird 1 : und diese Ziffer kommt der wahren
Entfernung von der Mündung des Mardus (j. Seftd-Rüd), die man
als westliche mardische Grenze annehmen darf, bis zum Balkanbusen
oder der Mündung des Achtam-Arms des alten Oxuslaufes
ausserordentlich nahe. Ein anderes Zeugniss derselben
Untersuchung ist die geographische Breite, welche Ptolemaeos
für die Oxusmündung angibt und welche nahezu gleich beziffert
wird, wie die der Mündung des armenischen Araxes;
auch hier werden wir wieder auf den Balkanbusen und nicht
auf eine beliebige Stelle an der Ostküste des caspischen Meeres
hingeleitet. Das dritte Zeugniss ist die Bestimmung der geographischen
Breite von Talka, einer Insel des caspischen Meeres, 2
die gewiss das heutige Tscheleke ist, zu 43° 5‘, während der Oxusmündung
die Breite von 44 gegeben wird. So unrichtig eigent-1
Strab. 507, Plin. h. n. 6, 36. Bei diesem liest man die Worte inde per
Atiacos, Amarbos; Hyrcanos ad ostinm Zoni fluminis. Dieser geographische
Unsinn muss nach der identischen Angabe bei Strabon xov Sk itapa xrjv ’AvapiaxtÖv
xal MapStov xai 'Vpxavwv u.kyci xou axopaxo; xoü 'tiijou xoxxaoj geändert
werden in Anariacos, Amardos — ad ostium Oxi fl.
2 Ptol. G, 9, 8. Woher mag Pompon. Mela seine merkwürdige Nachricht über
dieselbe Insel haben 3, 58 (S. 76 ed. Parthey) ? Talge in Caspio mari sine cultn
fertilis, omni frage ac frnctibu sabundans: sed vicini populi quae gignuntur
adtingere nefas et pro sacrilegio habent, diis parata existimantes diisqne
servanda. Darnach war also Talge ein Heiligthum der nachbarlichen scythischen
Stämme, ähnlich wie in späteren Tagen Rügen für die Slaven der
Ostsee. Bei Woodroofe (Jon. Hanway S. 89) und auf Hanways Karte heisst
sie Naphtonia J., wie auch die Russen sie gewöhnlich Naplitha-Insel nennen.