Die Aralseefrage.
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Audi die Periegesis des Dionysios' bezeichnet den Oxus,
dem sie einen Araxes beigesellt, als Fluss, der zum caspischen
Meere gebt.
Fassen wir alle hier in Erwägung gezogenen Nachrichten
der Alten über den Oxus zusammen, so ergiebt sich die Ueberzeugung,
dass dieselben mit Ausnahme Herodots ihn ausschliessend
zum östlichen Gestade des caspischen Meeres gelangen
Hessen. Von diesen Nachrichten sind nun allerdings nur
wenige von einander unabhängig, die meisten vermehren die
Zahl, aber nicht das Gewicht der Zeugnisse. Für die Mündungsstelle
kommen nur drei Aussagen in Betracht, die zu
allgemein gefasste des Pomponius Mela, die des Ptolemaeos
und die Peutingersche Tafel. Beide letzteren stimmen darin
überein, dass die Mündungen des Oxus und des armenischen
Araxes, für welchen letzteren die Peutingersche Tafel den
Kur eintreten lässt, einander gegenüberliegen. 2
wenig als zweifache Tapyri, wie Forbiger A. Geogr. 2, 5G7, 589 grundlos
behauptet. Auch sollte eine Etymologie, wie dass sie des Feuers entbehrten
und darum Apyri liiessen, dem naiven Kopfe eines Griechen
überlassen bleiben und nicht wieder auf leben gemacht werden. Tapuri
TawjpoJ Ta^oupsot allein ist die richtige Form, diese allein bei den massgebenden
Schriftstellern bezeugt, ihr entspricht die jüngere Pehlewiform
Tapur, ihr das neupersische Tabar Tabari, Volksname,
Tabaristän, Landesname). Bei Solinus 108 findet sich der Schreibfehler
Lapyri. — Talicus 63 ist nicht mit G. in Dacius zu ändern, sondern ist
einfach Daix und entstand gleich Formen wie Rogomanius, Emodon aus
den Genitiven bei Ptolemaeos, also Talicus aus Aai'xo; ^oxa[j.ou sxßoXaf
Trotz des Ptol. Ottorocorra vertritt G. Oporocarra bei Ammianus 65,
was nur Hörfehler sein kann, für das allein richtige Ottorocorra, das
Uttara-kuru der Inder. 73 gibt Eyssenhardt den Text folgenderweise:
ciuitates autem etiam hic sunt [in ciuitate] praeter insulas Sedratira et
Gynaecon limen meliores residuis aestimantur. W. Tomaschek (S. 283)
schlägt zur Verbesserung der sehr verderbten Stelle vor, das von Eyssenhardt
getilgte in ciuitate als inclutae zu lesen, was ich durchaus billige
und acccptire, damit aber den Text noch nicht gereinigt glaube. Ich nehme
eine grössere Aenderung oder besser gesagt Ergänzung nach Ptolemaeos
vor und lese die Stelle: ciuitates autem etiam hic sunt inclutae praeter
insulas Asthaea et Codana non paucae, sed RAglRAua et Gynaecon limen
meliores residuis aestimantur.
1 v. 74 7 ispb$ — ogte Xi7cbjv ’Hp-toobv opo? [xetoc Kaa7c(oa ßaXXei. Vgl. Avienus
v. 925. Priscian. v. 723.
2 Der Oxus wird 44° d. Br. (6, 14, 2) und der Araxes 43° 50' (5, 13, 6) angesetzt.