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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

Die  Aralseefrage.

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Audi  die  Periegesis  des  Dionysios'  bezeichnet  den  Oxus,
dem  sie  einen  Araxes  beigesellt,  als  Fluss,  der  zum  caspischen
Meere  gebt.
Fassen  wir  alle  hier  in  Erwägung  gezogenen  Nachrichten
der  Alten  über  den  Oxus  zusammen,  so  ergiebt  sich  die  Ueberzeugung,
  dass  dieselben  mit  Ausnahme  Herodots  ihn  ausschliessend
  zum  östlichen  Gestade  des  caspischen  Meeres  gelangen ­
  Hessen.  Von  diesen  Nachrichten  sind  nun  allerdings  nur
wenige  von  einander  unabhängig,  die  meisten  vermehren  die
Zahl,  aber  nicht  das  Gewicht  der  Zeugnisse.  Für  die  Mündungsstelle ­
  kommen  nur  drei  Aussagen  in  Betracht,  die  zu
allgemein  gefasste  des  Pomponius  Mela,  die  des  Ptolemaeos
und  die  Peutingersche  Tafel.  Beide  letzteren  stimmen  darin
überein,  dass  die  Mündungen  des  Oxus  und  des  armenischen
Araxes,  für  welchen  letzteren  die  Peutingersche  Tafel  den
Kur  eintreten  lässt,  einander  gegenüberliegen. 2
wenig  als  zweifache  Tapyri,  wie  Forbiger  A.  Geogr.  2,  5G7,  589  grundlos
behauptet.  Auch  sollte  eine  Etymologie,  wie  dass  sie  des  Feuers  entbehrten ­
  und  darum  Apyri  liiessen,  dem  naiven  Kopfe  eines  Griechen
überlassen  bleiben  und  nicht  wieder  auf  leben  gemacht  werden.  Tapuri
TawjpoJ  Ta^oupsot  allein  ist  die  richtige  Form,  diese  allein  bei  den  massgebenden ­
  Schriftstellern  bezeugt,  ihr  entspricht  die  jüngere  Pehlewiform
Tapur,  ihr  das  neupersische  Tabar  Tabari,  Volksname,
Tabaristän,  Landesname).  Bei  Solinus  108  findet  sich  der  Schreibfehler
Lapyri.  —  Talicus  63  ist  nicht  mit  G.  in  Dacius  zu  ändern,  sondern  ist
einfach  Daix  und  entstand  gleich  Formen  wie  Rogomanius,  Emodon  aus
den  Genitiven  bei  Ptolemaeos,  also  Talicus  aus  Aai'xo;  ^oxa[j.ou  sxßoXaf
Trotz  des  Ptol.  Ottorocorra  vertritt  G.  Oporocarra  bei  Ammianus  65,
was  nur  Hörfehler  sein  kann,  für  das  allein  richtige  Ottorocorra,  das
Uttara-kuru  der  Inder.  73  gibt  Eyssenhardt  den  Text  folgenderweise:
ciuitates  autem  etiam  hic  sunt  [in  ciuitate]  praeter  insulas  Sedratira  et
Gynaecon  limen  meliores  residuis  aestimantur.  W.  Tomaschek  (S.  283)
schlägt  zur  Verbesserung  der  sehr  verderbten  Stelle  vor,  das  von  Eyssenhardt ­
  getilgte  in  ciuitate  als  inclutae  zu  lesen,  was  ich  durchaus  billige
und  acccptire,  damit  aber  den  Text  noch  nicht  gereinigt  glaube.  Ich  nehme
eine  grössere  Aenderung  oder  besser  gesagt  Ergänzung  nach  Ptolemaeos
vor  und  lese  die  Stelle:  ciuitates  autem  etiam  hic  sunt  inclutae  praeter
insulas  Asthaea  et  Codana  non  paucae,  sed  RAglRAua  et  Gynaecon  limen
meliores  residuis  aestimantur.
1  v.  74  7  ispb$  —  ogte  Xi7cbjv  ’Hp-toobv  opo?  [xetoc  Kaa7c(oa  ßaXXei.  Vgl.  Avienus
  v.  925.  Priscian.  v.  723.
2  Der  Oxus  wird  44°  d.  Br.  (6,  14,  2)  und  der  Araxes  43°  50'  (5,  13,  6)  angesetzt.
            
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