Die Aralseefrßge.
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weither Verirrung von West nach Ost und gab ihr eine Länge
von 185 geogr. Meilen, d. i. um 100 Meilen zu viel. Der Oxus
mündet bei Aspabota in das caspiscbe Meer in gleicher Breite
mit dem armenischen Araxes am jenseitigen Ufer. Ptolemaeos
kennt und nennt den Aralsee nicht, obgleich seine orographischen
Kenntnisse über diesen hinausreichen. Sein oxianischer
See (’Q^eiavrj X(p.vr)) wird von einem unbenannten Zufluss
des Oxus im oberen Laufe desselben gebildet. 1 Diejenigen,
welche wie Humboldt den Karakulsee südlich von Bochärä, in
welchen der Zerefschan oder Kohik einmündet, für den oxianischen
See des Ptolemaeos halten, haben also ungleich mehr
Recht als die, welche dem offenen Text des Ptolemaeos zum
Trotz auf Karten oder in Büchern den Aralsee kurzweg lacus
Oxianus nennen. Ob der Karakul wirklich der oxianische
See ist, oder ob wir nicht den letzteren viel höher im sogdischcn
Gebirge, dem Bolor-Tag der Neueren suchen müssen,
wird übrigens zweifelhaft bleiben müssen. Ich glaube, dass der
Jeschil-Kul der Quellsee des Ak-Su oder oberen Zerefschan
eben so gut ein Recht hat, für den oxianischen See gehalten
zu werden, wie der See von Karakul. Es würde sich dann
um so leichter begreifen, wie Plinius berichten kann, dass der
Oxus im Oaxussee, wie .er ihn nennt, entspringe, 2 man hat
eben den Zerefschan für den oberen Oxus gehalten, wie
ich denn finde, dass man noch im 18. Jahrhundert meinte, der
Oxus sei früher Kohik genannt worden. Bei der Identificirung
des Aralsees mit dem oxianischen See darf man sich am
wenigsten auf Ammianus Marcellinus 3 berufen, der hier
durchaus keine selbständige Quelle heissen kann, sondern alle
Nachrichten geographischen Inhalts aus Ptolemaeos schöpft. Seine
palus Oxia ist daher kein anderer See als der oxianische See
bei Ptolemaeos, nur ist des Ammianus Fassung ungenau und
der Text wie an vielen Stellen im 6. Capitel des 23. Buches
durch die Abschreiber verderbt. 4
1 6, 12, 3 dtp’ Sv (die sogdianischen Berge) 5ioTa|j.!>t StappEouot au|j.(3dXXovTES
exeIvoi; (Oxus und Jaxartes) irXelou; dvcövup.01, wv elc raustrrjv ’Q?£iavr)V Xlpvrjv.
2 6, 48. Oxus amnis ortus in lacu Oaxo.
3 23 6, 69 (ed. Eyssenliardt S. 287).
4 Es ist lange Zeit unbemerkt geblieben, dass wir in diesem Abschnitt de
Ammianus keine selbständige neue geographische Quelle vor uns haben