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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

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HSfler.

er  alles  für  möglich.  Jetzt  machte  er  selbst  am  17.  Mai  1516  in
Trient  den  englischen  Gesandten  Sir  Robert  Wingiield  mit  dem
bekannt,  was  er  eigenhändig  an  den  König  und  an  Wolsey  geschrieben ­
  und  durch  seinen  Gesandten  in  England  hatte  betreiben ­
  lassen. 1  Aus  der  Depesche  Wingfields  geht  hervor,
dass  der  Kaiser  dem  Könige  Mailand  und  seine  eigene  Resignation ­
  angeboten  habe.  Er  verlangte,  Heinrich  solle  mit  2000
Pferden  und  4000  Schützen  nach  dem  Continent  kommen,  Maximilian ­
  wollte  mit  ihm  in  Trier  Zusammentreffen,  dort  auf  dem
Reichstage  erscheinen,  Heinrich  mit  Mailand  investiren  und  hierauf ­
  das  englische  Heer,  welches  in  Frankreich  unter  der  Anführung ­
  des  Herzogs  von  Suffolk  einrücken  würde,  als  ,superintendente*
  begleiten;  der  ursprüngliche  Plan  scheint  auf  einer
Cooperation  mit  Ferdinand  von  Aragonien  beruht  zu  haben.
Heinrich  sollte  mit  1000  Pferden  und  1000  Schützen  über  Chur
in  das  Mailändische  (über  Como)  einrücken.  Sobald  dieses
geschehen  wäre,  fände  der  Römerzug  der  beiden  Fürsten  statt,
wobei  er  (der  König?)  die  Krönung  erhalten  sollte. 2  Da  Maximilian ­
  sich  bemühen  musste,  das  niederländische  Cabinet  durch
König  Heinrich  auf  seine  Seite  zu  ziehen,  sein  eigener  Enkel
aber  am  13.  August  mit  dem  grössten  Gegner  seines  Grossvaters, ­
  mit  König  Franz,  den  Vertrag  von  Noyon  abschloss,  so
war  begreiflich,  dass  Maximilian  nur  seinen  eigenen  Vortheil
zu  Rathe  zog  und  nachdem  er  neun  Jahre  mit  Frankreich  Krieg
geführt,  denselben  durch  einen  Hauptschlag  zu  beenden  strebte.
Auch  die  von  dem  englischen  Historiker  Lingard :l '  benützten
Aufzeichnungen  des  Fiddes  stimmen  mit  diesen  Nachrichten
überein.  König  Heinrich  sollte  von  Maximilian  adoptirt  werden, ­
  den  Krieg  gegen  Frankreich  unternehmen,  in  Rom  zum
Kaiser  gekrönt  werden.  Als  aber  Pace  die  Depesche  Wingiields
  über  die  Unterredung  mit  dem  Kaiser  gelesen,  erklärte

1  But  Henry  must  aceept  the  adoption  wbich  I  have  made  of  him  and
the  empire  wbich  Maximilian  has  promised  to  resign  to  him  at  such  time
and  place  as  shall  be  agreed  between  them.  L.  c.  n.  1902.
2  He  will  then  be  in  a  position  to  make  as  honourable  a  peace  with  France
as  ever  any  of  bis  ancestors  were;  or  if  not,  he  may  fight  until  he  recover
the  crown,  to  attain  which  he  would  have  the  aid  of  the  pope  and  of  all
Christian  prinees.  L.  c.  p.  550.
3  VI.  p,  48.
            
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