Die Aralseefrage.
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Den Oxus lässt Strabon von den indischen Bergen kommen
und in das caspische Meer fallen, von einer Bifurcation und
Mündung in nördlichere Gewässer weiss er nichts. 1 Die
Feldzüge des Alexandros hatten zwar die Weltkunde erweitert,
doch während sie für Indien und Ostpersien reiche Aufschlüsse
gewährten, war dieses nicht in ähnlichem Masse der Fall für
den jenseits Persiens liegenden Norden, für das Turan der
persischen Sage. Nichts kann ungenauer sein, als zu sagen, dass
Officiere Alexanders des Grossen am caspischen Meere hinzogen,
um dessen Ufer zu recognosciren, während Alexander selbst
den Oxus überschritt. Alexander marschirte mit seinem Heere
durch Hyrkanien und lernte hier allerdings die Südufer des
caspischen Meeres kennen, sodann aber nahm er seinen Weg
durch das Bergland von Chorasan nach Herat und Sedschistän
und ging über Afghanis tan ins Kabulthal, um von da über die
Pässe des Hindukusch nach dem Land am Balchflusse niederzusteigen.
Eine Recognoscirung des Ostufers des caspischen Meeres,
und nur an das Ostufer darf doch hier gedacht werden, lag
völlig ausser seinem Wege und Plane; sie konnte ihm nicht
das mindeste nützen, denn sein Ziel war die Einbringung des
Bessos, der nach Baktrien geflohen war. Auch wird einer
solchen Entsendung von Officieren nirgends mit einer Silbe
gedacht. Nichts spricht dafür, dass Alexander sodann später
eine Recognoscirung der unteren Stromläufe des Oxus und
Jaxartes bis zu ihren Mündungen vornehmen liess. Er hätte
dies auch von Maracanda 2 aus nicht ohne bedeutende Truppenmacht
ausführen können. Das Vordringen im Skythenlande bis
' S. 73, 510.
2 In der jetzigen Form Samarkand (ijjS'y.+M, aber auch J
darf man Einwirkung griechischen Mundes vermuten; das zu Maracanda
getretene c ist wol die griechische Präposition £?;, also Smarkand oder Samarkand
= - Mapazavo«. Es ist seltsam, dass ein Persist wieVullers hehaupten
konnte, kand kend, in Ortsnamen, wie Samarkand sei türkischen Ursprungs
(Lex. pers. 2, 891) da es in so manchen alten vortürkischen Ortsnamen
der arischen Länder auftritt, so ausser in Maracanda in Socanda.
Im heutigen Turkistan tritt das appelat. kand in der Bedeutung Burg,
Stadt sowohl an persische als an türkische Bestimmungswörter. Zu den
ersteren gehören Namen wie Pendschkend, Paikend, zu den letzteren Taschkend.
Auch das Kurdische, eine gleichfalls eranische Sprache, kennt das
Wort als gund Dorf, Weiler. S. P. Lerch, Forschungen über die Kurden ,2, 111.