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R o e s 1 e r.
zum Glück in der Lage, den Beweis auf festerer Basis zu führen;
es lässt sich auch aus unseren Bruchstücken der reichen geographischen
Literatur der Alten bis zu höchster Wahrscheinlichkeit
darthun, dass sie unter dem Araxes niemals den
Jaxartes verstanden, es bleibt trotz der Missverständnisse, die
sich eingeschlichen haben, immer noch der Oxus zu erkennen.
Der Beweis soll aber erst im Anhang geführt werden, weil
dieser Punkt von keinem wesentlichen Einfluss auf den Gang
der vorliegenden Untersuchung ist.
Strabon, der nächste der Geographen nach Herodotos, der
uns erhalten ist, hat, wo er vom Araxes spricht, Herodotos vor
sich und ist ihm augenscheinlich gefolgt: 1 Besonders soll der
in viele Arme getheilte Fluss Araxes das Land (der Massageten)
bewässern, welcher mit seinen übrigen Mündungen in das nördliche
Meer und nur mit einer in den hyrkanischen Busen fällt.
Strabon ist aber dort, wo er von dem Oxus spricht, 2 ohne
Ahnung, dass dieser der Araxes sein müsse, von dem er sonst
meldet. Er hat aber den herodoteischen Bericht vom Araxes noch
verderbt, indem er die Combinationen seiner Zeit, die dem Herodotos
völlig fremd waren, hineinmischte. Eine solche auf Combination
beruhende Behauptung ist es, dass die vielen Mündungen
des Araxes in das nördliche Meer, d. i. in den Polarocean
gehen, den sich Strabon und die Späteren fälschlich in
nächster Nachbarschaft des caspischen Meeres vorstellten. Herodotos,
der seinen vielarmigen Araxes in Sümpfe auslaufen
lässt, war der Wahrheit näher geblieben. Sodann muss man
sich wundern, dass Strabon bei ungleich grösseren Kenntnissen
über diese Räume als Herodot doch denselben Araxes, der das
Massagetenland durchströmt — dieses aber lag auch nach ihm
ganz richtig im Osten des caspischen Meeres — in den hyrkanischen
Busen, d. i. in den südlichen anstatt in den östlichen
oder skythischen Busen münden lässt, dass er ihm auf solche
Weise einen ganz unmöglichen Lauf vorschreibt. Also auch bei
Strabon mischt sich noch in die Vorstellung des östlichen
Araxes die des armenischen', der sich in den hyrkanischen
Busen ergiesst.
' S. 812.
2 S. 73, 507, 509, 510, 513, 51t, 516—518.