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Roesler.
sich im 19. Jahrhundert in den Aralsee, so war es auch im
18. Ueber diese Zeit, die wir genauer kennen, ist kein Zweifel
gestattet, oder je erhoben worden. Wol aber über die mehr
zurückliegenden Zeiten vom 17. Jahrhundert an aufwärts. Da
soll sein Unterlauf ganz oder zum Theil — denn die Bifurcation
wird nicht allgemein behauptet — in das caspische Meer
erfolgt sei. Ueber die Stelle der Mündung wie über die der Ablenkung
nach Westen herrscht in den Zeugnissen mit Ausnahme
eines einzigen völlige Unklarheit; die Angaben begnügen sich
in der Regel mit der Versicherung der Thatsache selbst.
Bevor wir weiter gehen, erscheint es zweckmässig, auf die
jetzige Deltagestaltung einen raschen Blick zu werfen, obgleich
dieselbe den Meisten von sehr modernem Datum zu sein scheint. 1
Von dem Augenblicke an, wo der Fluss seine Quellarme zu
einem Strome versammelt, fliesst er ungetheilt bis Fort Bend.
Hier am Fusse des rechts emporsteigenden Besch-tübe zwischen
Kiptschak und Chodscheili (Chodscha-ili) zeigt sich die erste
Spaltung. Hier nämlich geht in westlicher Richtung der Laudän
ab, der in den langen schmalen, das Deltaland vom Üst-jurt
trennenden Aibugirbusen fällt. Der genannte Laudän, derTaldik, 2
der Uluk-Derjä und der Jangi-su sind die Hauptarme des beinahe
quadratischen Deltas. Von den zum Aral selbst auslaufenden
Strommündungen ist die Taldikmündung die westlichste, die
des Jangi-su die östlichste.
Der Wasservorrath des übrigens minder bekannten Laudän
ist der geringste, ihm kommt hauptsächlich nur der Ueberschuss
des Oxus zu, denn ein Damm, welchen die Chiwaer beim Fort
Bend (d. i. Damm) unterhalten, um die Turkmanen des Stam-Geographie
entnahmen und auf den Oxus übertrugen. Noch Ibn Batuta
erinnert gelegentlich, dass der Dschthun einer der Flüsse des Paradieses war.
1 Ich benütze dabei The Delta and Mouths of the Ainu-Daria, or Oxus.
By Admiral A. Boutakoff, of the Russian Navy. Translated from the
Russian, and communicated by John Michell, Esq. Journal of the E.
Geographieal Society. London 1867 XXXVII, 152—160. Basiner, Naturwissenschaftliche
Reise durch die Kirgisensteppe und nach Chiwa. St. Petersburg
1848. Von Butakov weicht in vielem die ältere Darstellung ab,
welche Maksejev gab. Opisanie Araljskago morja. Zapiski geogr. obscestva.
1851, V, 61.
2 Vambdry, Skizzen aus Mittelasien. Leipzig 1368, S. 111 schreibt Tarlik
d. i. Enge.