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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

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Roesler.

sich  im  19.  Jahrhundert  in  den  Aralsee,  so  war  es  auch  im
18.  Ueber  diese  Zeit,  die  wir  genauer  kennen,  ist  kein  Zweifel
gestattet,  oder  je  erhoben  worden.  Wol  aber  über  die  mehr
zurückliegenden  Zeiten  vom  17.  Jahrhundert  an  aufwärts.  Da
soll  sein  Unterlauf  ganz  oder  zum  Theil  —  denn  die  Bifurcation
  wird  nicht  allgemein  behauptet  —  in  das  caspische  Meer
erfolgt  sei.  Ueber  die  Stelle  der  Mündung  wie  über  die  der  Ablenkung ­
  nach  Westen  herrscht  in  den  Zeugnissen  mit  Ausnahme
eines  einzigen  völlige  Unklarheit;  die  Angaben  begnügen  sich
in  der  Regel  mit  der  Versicherung  der  Thatsache  selbst.
Bevor  wir  weiter  gehen,  erscheint  es  zweckmässig,  auf  die
jetzige  Deltagestaltung  einen  raschen  Blick  zu  werfen,  obgleich
dieselbe  den  Meisten  von  sehr  modernem  Datum  zu  sein  scheint. 1
Von  dem  Augenblicke  an,  wo  der  Fluss  seine  Quellarme  zu
einem  Strome  versammelt,  fliesst  er  ungetheilt  bis  Fort  Bend.
Hier  am  Fusse  des  rechts  emporsteigenden  Besch-tübe  zwischen
Kiptschak  und  Chodscheili  (Chodscha-ili)  zeigt  sich  die  erste
Spaltung.  Hier  nämlich  geht  in  westlicher  Richtung  der  Laudän
ab,  der  in  den  langen  schmalen,  das  Deltaland  vom  Üst-jurt
trennenden  Aibugirbusen  fällt.  Der  genannte  Laudän,  derTaldik, 2
der  Uluk-Derjä  und  der  Jangi-su  sind  die  Hauptarme  des  beinahe
quadratischen  Deltas.  Von  den  zum  Aral  selbst  auslaufenden
Strommündungen  ist  die  Taldikmündung  die  westlichste,  die
des  Jangi-su  die  östlichste.
Der  Wasservorrath  des  übrigens  minder  bekannten  Laudän
ist  der  geringste,  ihm  kommt  hauptsächlich  nur  der  Ueberschuss
des  Oxus  zu,  denn  ein  Damm,  welchen  die  Chiwaer  beim  Fort
Bend  (d.  i.  Damm)  unterhalten,  um  die  Turkmanen  des  Stam-Geographie
  entnahmen  und  auf  den  Oxus  übertrugen.  Noch  Ibn  Batuta
erinnert  gelegentlich,  dass  der  Dschthun  einer  der  Flüsse  des  Paradieses  war.
1  Ich  benütze  dabei  The  Delta  and  Mouths  of  the  Ainu-Daria,  or  Oxus.
By  Admiral  A.  Boutakoff,  of  the  Russian  Navy.  Translated  from  the
Russian,  and  communicated  by  John  Michell,  Esq.  Journal  of  the  E.
Geographieal  Society.  London  1867  XXXVII,  152—160.  Basiner,  Naturwissenschaftliche ­
  Reise  durch  die  Kirgisensteppe  und  nach  Chiwa.  St.  Petersburg ­
  1848.  Von  Butakov  weicht  in  vielem  die  ältere  Darstellung  ab,
welche  Maksejev  gab.  Opisanie  Araljskago  morja.  Zapiski  geogr.  obscestva.
1851,  V,  61.
2  Vambdry,  Skizzen  aus  Mittelasien.  Leipzig  1368,  S.  111  schreibt  Tarlik
d.  i.  Enge.
            
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