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Werner.
einen andern Erfolg', als unsere eigene Schädigung hätte. Auch
ist selbst unser Vermögen, dein göttlichen Willen unser Herz
zu verschliessen, ein sehr beschränktes, welches Gott, wofern
und soweit er diess will, durch die Macht seines Gnadenwillens
bewältigen kann. In dieser Weise also, auf dem Wege der
christlich-theologischen Reflexion, überwindet Wilhelm die im
christlichen Weltalter nachklingenden Lehren des antiken Fatalismus;
in dieser Weise verfährt, er allenthalben, und ohne
selber Philosoph zu sein, begnügt er sich durchwegs mit einer
vom christlich-theologischen Standpunkte vorgenommenen Rectitication
dessen, was ihm an den, die Schulen seines Zeitalters
beschäftigenden Lehren, Meinungen und Anschauungen älteren
und jüngeren Ursprunges bedenklich, anstössig und verfehlt
erscheint.
Kehren wir nochmals zu Wilhelms Polemik gegen die
Lehre von der Weltseele zurück, um daran die Charakteristik
seiner Stellung in der das Mittelalter bewegenden Universalienfrage
anzuknüpfen. Dass er einem extremen Realismus nicht
zugethan sein konnte, geht schon aus seiner oben angeführten
Ausdeutung der platonischen Ideenlehre hervor. Gegen die
Annahme einer Seele des Universums wendet er ein, 1 dass ihr
zufolge alle Einzelseelen nur Besonderungen dieser Gemeinseele
sein könnten und demnach die Seele Plato’s und die
Seele des Sokrates im Wesen eine und dieselbe Seele wären.
Daraus würde weiter folgen, dass es überhaupt keine Substanzunterschiede,
und im Zusammenhänge damit auch keine
Generation und Corruption d. i. Bildung und Auflösung der
Substanzen, sondern bloss Alterationen d. i. Wandlungen der
Dinge in accidenteller Beziehung gebe, und daher auch die
Individuen einer Species nur zufolge ihrer accidenteilen Verschiedenheiten
eine numerische Mehrheit constituirten. Allerdings
sind wir Zeitmenschen in dieser irdischen Dämmerregion
zufolge unseres beschränkten und verdunkelten geistigen Erkennens
daran gewiesen, die Dinge nach den Unterschieden ihrer
zufälligen äusseren Merkmale von einander zu unterscheiden;
in den Stand der himmlischen Glorie eingerückt würden wir
jedes Einzelding im tiefsten Grunde seines Eigenwesens
3 De (Jniv. I, Ps. 3, c. 29.