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W erner.
Conceptors Theil, gleichwie die aus der Hyle gebildete wirkliche
Welt in ihrer Weise an der Aeternität der Idealwelt,
die in der wirklichen sich abbildet, Theil hat, indem die zeitliche
Succession eben nur eine successive Entfaltung und Ileryorstellung'
dessen ist, was in der urbildlichen Idealwelt in
zeitloser Simultaneität vorhanden ist. Wie die urbildliche Idealwelt
eine Schöpfung des göttlichen Verstandes ist, so ist auch
die Hyle, in welcher sie sich abschatten und abgestalten soll,
eine Schöpfung des göttlichen Willens; damit soll der antiken
platonischen Weltlehre gegenüber der christliche Standpunkt
gewahrt werden, der zudem diess voraus hat, dass er Alles
strenge auf eine letzte einheitliche absolute Ursache, die keine
andere neben sich hat, sondern jede andere aus sich seihst
heraussetzt oder durch sich selber gründet, zurückführt. Die
Gottheit als absolute Wirkungsursache alles Seienden gründet
durch sich selbst die wirkliche Welt, indem sie die Hyle
schafft, aus welcher die wirkliche Welt herausgebildet werden
soll; sie setzt die wirklichen Ursachen des von der wirklichen
Welt umschlossenen Seins und Geschehens aus sich heraus,
indem aus dem göttlichen Verstände (Noys = vouc) die Endelychia
(= evTEAsy^.a) emanirt, die als lebendiges Gestaltungsprincip in
die für den Weltgestaltungsprocess durch die Providenz vorbereitete
und signirte Hyle eingeht. Für die Beschreibung des
Weltgestaltungsprocesses dient der platonische Timäus als Vorbild;
wir kennen sie übrigens nur aus jenen Bruchstücken,
die theils von den Verfassern der Histoire litteraire de la
France, 1 theils im Anhänge zu Cousins Ausgabe der Oeuvres
inedits d’Abelard (p. 627 ff.) aus Bernhards handschriftlich
vorhandenem Megacosmus et Microcosmus der literarischen Oeffentlichkeit
anheim gegeben worden sind. Die in der Idealwelt
bis in’s Einzelnste vorgezeichnete Prädetermination des Weltlaufes
drückt dem Weltsysteme Bernhards einen ziemlich deterministischen
Charakter auf. Dem Weltlaufe ist der göttliche
Wille imprägnirt, der sich in der Yrmarmene (hpixappivY)) zur
unverbrüchlichen Geltung bringt. Die Yrmarmene emanirt aus
der Natura, wie die Natura aus der Endelychia; unter der
Natura ist der den göttlichen Ideen gemäss gestaltete Weltstoff
1 Tom. XII, p. 207.