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Werner.
zu den bei denselben voriindlichen neuplatonischen Elementen
berücksichtigen würden; wir können von diesen Beziehungen
um so weniger absehen, da eben mittelst derselben Wilhelms
Verhältniss zu den christlichen Platonikern zu einer festbegrenzten
Gestaltung gelangte, während zuletzt und zuhöchst
seine Stellung nach beiden Seiten hin durch seinen theologischen
Christianismus bestimmt wurde.
Als christliche Platoniker des zwölften Jahrhunderts sind
Adelard von Bath und Bernhard von Chartres hervorzuheben,
welchen weiterhin noch Wilhelm von Conches beizuzählen ist.
In einem geistigen Verwandtschafts verhältniss zu diesen Männern
steht Abälard, der zwar der Philosophie bloss als Dialektiker
angehört, aber die unter den christlichen Platonikern seines
Zeitalters cursirenden allgemeinen Anschauungen in die Theologie
hineintrug, theilweise geradezu als theologische Sätze
behandelte. Obschon Wilhelm keinen dieser Männer, sowie
überhaupt keinen der christlichen Lehrer mit Namen aufführt,
so hat er doch unzweifelhaft jeden derselben gekannt und ihre
Meinungen berücksichtiget; in Bezug auf Adelard von Bath
muss noch mehr behauptet werden, er hat Adelards Schrift de
eodem et diverso nicht bloss gekannt, sondern aus ihr auch
geistige Anregung geschöpft und so viel an sich gezogen, als
er nur immer mit seinen christlichen Ueberzeugungen vereinbar
fand.
Obwohl noch imgedruckt, ist Adelard's Schrift de eodem
et diverso ihrem Inhalte nach seit Langem durch Jourdain’s 1
ausführliche Mittheilungen über dieselbe bekannt. In die Form
einer Allegorie eingekleidet, führt sie die Erscheinungen zweier
Gestalten vor, der Philokosmie und Philosophie, die dem in
der Stille eines abgelegenen Thaies in astronomische Meditationen
versunkenen Verfasser sich plötzlich zeigten. Die Philokosmie,
die sich ihm zuerst als freudenverheissende Führerin
anbietet, hat in ihrem Gefolge das Glück, die Macht, die
Würde, den Ruhm und die Lust; die Philosophie ist von den
sieben freien Künsten umgeben. Indem die Philokosmie die
Güter anrühmt, welche sie durch die ihren Befehlen dienst-1
Gesch. d. aristotel. Schriften im Mittelalter. Uebersetzt v. Stahr (Halle,
1831) S. 249—259 u. S. 404—406.