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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

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HÖfler.  Karl'g  I.  Wahl  zum  römischen  Könige.

Joachim  von  Brandenburg,  dessen  Haus  fort  und  fort  von  der
kaiserlichen  Gnade  zehrte  und  fort  und  fort  nur  auf  Vergrösserung
  dachte,  entgegen  und  wurden  alle  Hebel  angesetzt,  statt
des  Nachkommens  so  vieler  römischer  Könige,  statt  des  Enkels
Maximilians  den  französischen  König  zu  erheben,  von  dem
sich  jeder  Unbefangene  sagen  musste  und  sagte,  er  sei  der  Zerstörer ­
  jeder  Freiheit,  der  sichere  Schädiger  Deutschlands,  sittenund
  gewissenlos,  der  Ruin  seines  Landes  trotz  aller  seiner  glänzenden ­
  Aussenseite,  treulos  und  lügenhaft.  Aber  was  galten  diese
Rücksichten  dem  Churfürsten  Joachim?  Mochte  das  Reich  in  die
Hände  eines  Tyrannen  fallen,  wenn  nur  die  brandenburgische
Interessenpolitik  dabei  ihre  Triumphe  feierte.  Wie  hübsch  hätte
es  sich  doch  gemacht,  wenn  zum  Churfürstenthum  und  den
fränkischen  Fürstenthümern  die  Säcularisation  von  Preussen,
von  Mainz,  von  Magdeburg,  von  Halberstadt,  natürlicher  Weise
auch  Alles  zum  Nutzen  und  Frommen  des  Reiches  und  der
christlichen  Religion  gekommen  wäre  !  Dann  konnte  man  ja
einen  französischen  Kaiser  ertragen!
Hatten  Franz  von  Sickingen,  Wilhelm  von  Grainbach  so
Unrecht,  wenn  sie  mit  dem  deutschen  Fürstenthum  aufzuräumen
gedachten?  War  mit  diesen  Fürsten  eine  wirkliche  Reformation
der  Kirche  möglich?  So  wenig  als  die  Erhaltung  des  alten
Kaiserreiches.
            
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