Karl'» I. Wahl zum römischen Könige.
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Erstgeburt in Betreff der spanischen Kronen und dazu gehörte
auch die von Aragon abhängige Krone von Neapel, welche
P. Leo dem Infanten zugedacht hatte, behauptet, ihn geradezu
aus Spanien entfernt, seine Wahl zum römischen Könige verhindert
und die Einheit sämmtlicher häbsburgischer Länder,
ihre Zusammengehörigkeit unter ihm als dem Erstgebornen mit
allem Nachdrucke behauptet. Seine Wahl setzte den aufrührerischen
Bestrebungen in den Erbländern, die K. Franz angestiftet
hatte, von selbst ein Ziel, machte aber auch die Versorgung
des Infanten nothwendig. Und da diesem die spanischen
Königreiche verschlossen bleiben sollten, seine Vermählung
mit der Prineessin Anna von Böhmen-Ungarn, sowie die
beständige Gefahr eines Einbruches der Türken in Ungarn die
Nothwendigkeit erzeugten, den österreichischen Ländern einen
eigenen Beherrscher zu geben, so knüpfte sich an die römische
Königswahl vom 28. Juni 1519 von selbst und unabweislich
die Auseinandersetzung der beiden Brüder in Betreff
der Constituirung der österreichischen Monarchie (28. April
1521) — einen Monat vor der Vermählung mit Anna Jageilona
(27. Mai 1521) —als folgenreichstes Ereigniss an. Gerade jetzt
war nicht blos der Antagonismus zwischen K. Karl und K. Franz,
Burgund-Spanien und Frankreich-Mailand so recht auf die
Spitze getrieben worden; es hatte sich auch der Antagonismus
des Hauses flohenzollern-Brandenburg gegen das Haus Habsburg
so recht offen als eine Thatsache bemerklich gemacht,
von der für die Zukunft Deutschlands das Schlimmste zu besorgen
war. Beide Häuser hatten ihre grosse Stellung den Verfügungen
des letzten Luxemburgers zu verdanken, der die bedeutendste
deutsche Erwerbung K. Karls IV., die Mark Brandenburg,
an den Burggrafen von Nürnberg Friedrich I. 1415
abtrat, so dass dieser mit Ueberspringung der herzoglichen
Würde, die dem Hause Habsburg K. Rudolf verschafft hatte,
Sitz und Stimme im Churfürstencollegium erlangte. Den andern
Theil seines luxemburgischen und anjouischen Besitzes brachte
Sigmund an das Haus Habsburg, das aber denselben nach
wenigen Jahrzehnten wieder verlor, um aus einer osteuropäischen
Macht eine westeuropäische zu werden. Gerade in dem
Augenblicke, als dasselbe sich von dem Westen zurück zur
Wiederaufnahme der alten Stellung wandte, warf sich ihm