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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

KarPs  I.  Wahl  zum  römischen  Könige.

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Seine,  Einkünfte,  Burgen,  Herrschaften,  Eigenthum; 1  sein  Neffe
(Enkel)  Karl  verliess  ihn,  die  Spanier  gaben  ihn  auf  und  doch
wenn  von  seinem  Muthe  die  Rede  ist,  ist  derselbe  der  beste,
seine  Beständigkeit  unüberwindlich,  seine  Treue  sicher.  So
wohlthuend  es  aber  auch  ist,  gerade  die  Beständigkeit  Maximilians ­
  hervorgehoben  zu  sehen,  so  ist  selbst  bei  seinen  grössten ­
  Freunden  immer  nur  von  den  masslosen  Schwierigkeiten
die  Rede,  mit  welchen  er  fortwährend  zu  kämpfen  hatte,  doch
kaum  vorübergehend  von  seiner  Macht  und  seinem  Einflüsse,
am  wenigsten  von  seinem  Festhalten  an  Einer  Idee.  Dagegen
stellte  derselbe  Cardinal  von  Sion,  welcher  sich  in  so  lobender
Weise  über  Maximilian  äusserte,  seine  Landsleute,  die  Schweizer, ­
  als  die  über  den  Angelpunkt  Europa’s,  Italien,  gebietende
Macht  dar.  Sie  seien,  sagte  er  ihnen  am  13.  September  1515,
als  er  sie  anfeuerte,  das  französische  Heer  bei  Marignano  zu
überfallen,  die  Beherrscher  der  Welt.  Sie  vergäben  Kronen  und
Reiche;  ohne  sie  könne  kein  Fürst  seiner  Herrschaft  sicher
sein,  mit  ihnen  der  schwächste  Fürst  die  Bürgschaft  des  Sieges
erlangen.  Könige  und  Päpste  hätten  das  Bündniss  mit  ihnen
gesucht,  sie  über  Italien  verfügt.  Als  auf  dieses  die  Schweizer ­
  zu  den  Waffen  griffen  und  das  königliche  Heer  überfielen,
handelte  es  sich  freilich  zunächst  um  einen  Kampf  zwischen
Schweizern  und  Franzosen,  vor  Allem  aber  zwischen  dem
königlichen  Heere  und  dem  republicanischen  und  man  hat
allen  Grund,  den  Sieg  des  französischen  Königs  am  14.  September ­
  1515  mit  der  grossen  Schlacht  bei  Rosabeque  zu  vergleichen, ­
  in  welcher  der  französische  König  mit  seinem  Adelsheer ­
  das  Heer  der  flanderschen  Communen  niederwarf.  (1382.)
Die  Schlacht  bei  Marignano  entschied  nicht  nur,  wer  Herr  der
Lombardei  sei,  sondern  die  Suprematie  des  königlichen  Frankreichs ­
  in  Europa,  wie  umgekehrt  der  Sieg  der  Schweizer  über
das  französische  Königthum  der  fürstlichen  Sache  überhaupt
einen  furchtbaren  Stoss  versetzt  hätte.  In  ganz  Europa  gährte
es  ja,  als  wenn  Hunderte  von  Vulkanen  alles  mit  glühender
Lava  bedecken  wollten.  In  Ungarn  war  bereits  der  grosse
Bauernaufstand  ausgebrochen  und  im  Blute  der  Bauern  erstickt

1  Particularia.  Letters  and  papers  foreigu  and  domestic,  of  the  reign  of
Henry  VIII,  vol.  II.  part.  I.  n.  2661.
            
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