KaiTß I. Wahl zum römischen König.
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Namens, Sohn Philipps Erzherzogs von Oesterreich, nachdem
das Kaiserthum 5 Monate erledigt worden war, in Frankfurt
zum König der Römer gewählt. Hätte es doch Gott gefallen,
dass das Kaiserthum länger vacant geblieben wäre, oder dass
man es für immer in den Händen Jesu Christi gelassen hätte,
dem es gehört und nicht einem andern. 1
Konnte man französischer Seits nicht hindern, dass es
der Sohn Philipps von Oesterreich erlange, so war man doch
entschlossen, alles aufzubieten, dass es nicht bei Karl bleibe,
und wurde bereits in nächster Zeit das Intriguenspiel mit
solchem Erfolge betrieben, dass die Franzosen 1520 der Meinung
waren, Karls Kaiserthum werde kaum ein Jahr andauern.
Nachdem aber einmal die spanische Nation den grossen
Sieg errungen, dass ihr König römischer König und deutscher
Kaiser wurde, war es begreiflich, dass sie auch für die grossen
Opfer, die sie gebracht, eine Entschädigung haben wollte und
wenn sie auch nur in einem gewissen Einflüsse auf die Geschicke
Deutschlands bestanden hätte. Es ist hier nicht der
Ort auseinander zu setzen, in welchem Zusammenhänge Karl’s
Aufenthalt in Spanien im Jahre 1519 zu dem nachherigen
Aufstande der Communen stand, noch welche Folgen es für
Karl noch lange Zeit hatte, dass so grosse Geldsummen nach
Deutschland wanderten, den heftigen Goldhunger der biedern
Deutschen zu stillen. Ich will hier nur Eine Thatsache anführen,
welche wenig bekannt ist. Am 12. April 1521 wandten
sich der Cardinal von Tortosa, welchen wir von seiner Verwendung
bei den Churfürsten für K. Karl kennen, der Admiral
von Castilien, der Graf von Benevent, der Prior von
Castilien, Don Beltran de la Cueva, der Marques von Astorga,
Diego de Rojas Conte Alferez, der Graf von Haro an K. Karl
und verlangten von ihm energische Massregeln gegen Martin
Luther, 2 zur Vernichtung der teuflischen Haeresie und des
grossen Schismas in der Kirche. Der Herzog von Alba und
die am kaiserlichen Hofe befindlichen Prälaten würden die
geeigneten Mittel angeben. Die Granden schrieben desshalb
1 Journal de Louise de Savoye bei Mlchaud, Nouvelle collection V. p. 91.
2 Bergenroth Supplement to vol. 1 and II of letters despatches and state
papers p. 367.
Sitzungsber. d. pkil.-hist. CI. LXXIV. Bd. I. Hft. 8