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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

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Hofier.

bischof  von  Mainz  zuerst  seine  Stimme  ab,  sondern  er  befrag
die  anderen  und  als  diese  sieb  für  K.  Karl  erklärt  hatten,  befragen
sie  den  Erzbischof  Cardinal,  welcher  zuletzt  votirte  und  indem
er  sieb  gleichfalls  für  den  Erzherzog  zu  Oesterreich,  Herzog
zu  Burgund  und  König  von  Hispanien,  Karl  erklärte,  war  dieser
einstimmig  gewählt  worden.  Sogleich  wurde  das  Resultat  der
königlichen  Gesandtschaft,  die  in  Höchst  geblieben  war,
zu  wissen  gemacht  und  fuhren  nun  diese  auf  ihren  mit
Kanonen  versehenen  Schiffen,  mit  Abfeuerung  der  Geschütze,
Trompeten-  und  Paukenschall  nach  Frankfurt,  der  Cardinal  von
Gurk,  der  Erzbischof  von  Salzburg,  der  Bischof  Ehrhardt  von
Lüttich,  Herzog  zu  Bouillon  aus  dem  Hause  Arenberg,  der
Bischof  von  Trient,  Bernhard  von  Giess,  Pfalzgraf  Friedrich,
Markgraf  Casimir  römischer  K.  Majestät  oberster  Feldhauptmann, ­
  Heinrich  Graf  von  Nassau,  Maximilian  von  Berga,  Herr
zu  Siebenbürgen  in  Brabant  gelegen,  Ciprion  von  Seventin,
R.  Kais.  Majestät  Kanzler,  Meister  Hanns,  kaiserl.  Rath,
Gerhard  von  Rotzen,  Nicolaus  Armerstorffer,  Kämmerer,
Niclas  Ziegler  Secretär,  der  ganze  Generalstab  des  siegreichen ­
  diplomatischen  Heeres.  In  Frankfurt  wurde  12  Tage
Rath  gehalten,  und  ,als  sie  sich  nun  ihres  Rathes  entschlossen
hatten  und  es  gegen  den  Abschied  war,  ward  auff  ein  Abendt
zugerüst  durch  die  Commission  ein  köstlich  Panketen,  ■—
darauf!  wurden  geladen  alle  Churfürsten.  Darnach  auff  den
anderen  Morgen  brachen  die  Churfürsten  mit  sambt  den  Commissaren
  und  männiglich  zu  Frankfurt  auff  und  fuhren  zu
Wasser  und  zu  Land  mit  grossem  Schall  und  Freuden  gegen
Mainz.  Als  sie  aber  zu  Mainz  kamen,  verblieben  sie  bei  zehn  Tagen
um  zu  rathschlagen  und  zu  tagen.  Darnach  brachen  die  Churfürsten ­
  und  männiglich  wiederumb  auff,  und  ritt  nun  jeder  nach
seinem  Heimwesen  zu  Haus*
Niemand  wird  froher  gewesen  sein,  aus  Frankfurt  mit
heiler  Haut  gekommen  zu  sein,  als  der  Churfürst  von  Brandenburg. ­
  Die  Frankfurter  hatten  Lust  ihn  für  seine  französische
Gesinnung  in  Stücke  zu  zerreissen.
Im  Juli  1519,  schrieb  Louise  von  Savoyen,,Herzogin  von
Angoulesme,  von  Anjou  und  von  Valois*,  Mutter  K.  Franz  I.,
tief  bekümmert  in  ihr  Tagebuch,  wurde  Karl  der  Fünfte  dieses
1  Officieller  Bericht  bei  Goldast:  Politische  Reichshandel  S.  60.
            
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