Karra I. Wahl zum römischen Könige.
in
statt, die aber zu keinem anderen Ziele führten, als dass
die Wahl selbst auf Montag den 27. Juni vertagt wurde.
Während dieser 10 Tage fanden nun die eigentlichen Berathungen
statt, die aber auch am 27. Juni noch zu keinem
anderen Resultate führten, als dass beschlossen wurde, Dienstag
28. Juni nochmals eine heil. Geistmesse halten zu lassen und
hierauf zur Wahl zu schreiten. Offenbar war man aber jetzt
vollkommen übereingekommen, so dass die Ceremonie ihren
ungestörten Gang nehmen konnte. Und nun gab nicht der Erz-Setzungen
wirklich stattfanden, eine volle Uebereinstimmung bei den Schriftstellern,
die darüber handelten. Hingegen muss die historia de electione
et coronatione Caroli V. Imp. Aug. mit ihren in der Classicität des
XVI. Jahrhunderts gehaltenen Reden als eine Compilation angesehen
werden, der man nur insoweit Glauben schenken darf, als die vorhandenen
Belege sich dafür aussprechen, ihr Inhalt mit der historia übereinstimmt.
Man sieht aus der Phrase: erat tum quidem (1519) ea virtus et gravitas
principum — vor der Reformation, ut sine insidia singulis concederentur
suae laudes nec paruin ad communem salutem tum quidem profuit,
quod adhuc privatim magna inter se benevolentia devincti erant, quam
et reipublicae causa diligenter tuebantur. Die Historia war also für eine
Zeit geschrieben, in welcher man auf die Tugenden einer früheren hinzuweisen
für nothwendig erachtete, wobei es aber dem Leser unbenommen
bleibt, zu urtheilen, ob diese Rücksichten, wie sie die historia
darstellt, damals wirklich geübt wurden, die angeblichen Tugenden wirklich
vorhanden waren. Dass gerade dem Markgrafen Joachim die Aufgabe
zu Theil geworden sei, im Namen der Anderen dem Churfürsten
von Mainz beizustimmen, wird kaum für die Glaubwürdigkeit der historia
sprechen, nachdem sie selbst darauf meldet, er sei für die Prorogation
des Wahlactes gewesen und der selbst nach Maria Sanuto, als schon 6 Stimmen
K. Karl gewählt hatten, noch an seiner Gegenstimme festhielt, sammt
Richard v. Trier und Ludwig von der Pfalz noch am 27. Juni den Versuch
machte, Karl durch die Wahl des Churfürsten von Sachsen zu beseitigen.
Die Frankfurter, welche ihn für seine Haltung in der Wahlangelegenheit
in Stücke reissen wollten, wussten offenbar etwas genauer, wie
viel oder wie wenig man sich auf den beredten Joachim verlassen konnte.
Interessant ist hiebei was Giustiniani nach Paces Mittheilung über die Wahl
berichtete. He (Pace coming back from Germany) stated that for half
a day the Duke of Saxony had been elected king of the Romans; that
wlien the marquis of Brandenburg was nominated, his own brother the
archbischop of Mayence rejected him through love of the king of France,
and finally the catholic king was elected king of the Romans consensu
omnium.) Brewer III. 1. p. 143. Erasmus. (Brief vom 17. October an
Bischof Fischer) setzt die Anerbietung der Krone an den Churfürsten von
Sachsen auf den Tag vor Karls Wahl? !