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Hofier.
besprechung vorzunehmeu. Pfalz, Trier, Böhmen, Cöln, meinte
Churfürst Joachim seien sicher, nur der eigene Bruder zweifelhaft.
Nun brachte der Churfürst die eigene Wahl in Anregung,
erwirkte aber von dem eigenen Bruder nur für diese Thorheit
das zwar der Sache angemessene, aber nicht schmeichelhafte
Epitheton. Dem päpstlichen Legaten erklärte gleichfalls Erzbischof
Albrecht, er werde nicht für König Franz sein, für K. Karl,
oder für den Churfürsten von Sachsen, oder Pfalzgraf Friedrich.
In Rom, wie den Italienern überhaupt, schien es noch
immer unbegreiflich, warum die Deutschen sich einen Fremden
zum Kaiser geben sollten.
Hofften die Franzosen noch immer, so war gewiss, dass
wenn ihr König gewählt würde, der Krieg und zwar in und
um Frankfurt und Mainz ausbrach, eine unabsehbare Katastrophe
erfolgte, die französisch gesinnten Churfürsten nicht
mehr lebend nach Hause kehrten. Das erklärt die nun eintretende
Standhaftigkeit derjenigen, welche bisher bald zum
Einen bald zum Andern sich gewandt hatten.
Die zum Vorlesen bestimmte Empfehlungsrede der französischen
Gesandten konnte unter solchen Verhältnissen keines
grossen Erfolges sicher sein.
Allein die Darstellung von der vor der Wahl gehaltenen Reden
erweist sich in einzelnen Punkten nicht als richtig. Nach dem
Wahldecrete versammelten sich die Churfürsten und der böhmische
Kanzler Ladislaus von Sternberg am 17. Juni in der St. Bartholomäuskirche
zur heil. Geistmesse und zur Eidesleistung, worauf
sie in die Kammer gingen, ,da man die Chur und Wahl römischer
Könige pflegt zu halten/ und begannen daselbst die
Wahlhandlung. 1 Hier also fanden die ersten Besprechungen
1 Nach den lettere di principi f. 1 fand die Proclamation Karls erst am
4. Juli statt und gingen (f. 5) die Churfürsten am 28. ohne definitiven
Beschluss (seiiz’ altra conclusione) auseinander. Diese Anschauung widerstreitet
allen anderen Berichten. Allein weil dieses irrig ist, folgt noch
nicht, dass die Reden, so wie sie die lettere di principi enthalten und
die selbst auf einer Mittheilung des königlichen Secretärs (lettere f. 1)
beruhen, nicht während der Wahlhandlungen gehalten worden wären.
Wären sie erdichtet, so müsste man sie als Meisterstücke ansehen, so
trefflich zeichnen sie die Stellung der beiden Hauptparteien und geben
sie die Gründe an, welche für und gegen die beiden Candidaten geltend
gemacht werden konnten. Auch ist hierüber, dass derartige Auseinander-