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Hofier.
neuer Verhältnisse in ein Stadium versetzt, in welchem es
ebenso wenig nützlich war, sie selbst zu zerstören als eine
neue zu begründen; der König von Aragonien, kränklich und
alt, musste nur darauf bedacht sein, einerseits Neapel, andererseits
Navarra zu schützen und dem thatenlustigen Fürsten
keinen Anlass zu geben, sich mit dem Erwerb aragonischer
Territorien zu beschäftigen; sein Enkel, der Prinz von Castilien
— Königin war Karls Mutter, Juana, Tochter Ferdinands und
Isabellens — galt nur als Beherrscher der Niederlande und ob
er je König von Aragonien werde, lag, seit König Ferdinand
zur zweiten Heirath geschritten, in sehr weiter Ferne. Maximilian
aber, noch immer nicht gekrönter Kaiser, war gerade damals
mehr wie je mit der Anordnung der Angelegenheiten des Osten
beschäftigt, mit Plänen, die sich auf Böhmen und Ungarn bezogen.
1 Alt nur insoferne, als er den Eintritt unermesslicher
Veränderungen gesehen, den raschen Wechsel zahlreicher Päpste
und Könige erlebt, den Untergang alter, das Emporkommen
neuer Dynastien — und er sich zuletzt einem Geschlechte jugendlicher
Fürsten gegenüber befand, hatte er unter allen Planen,
die in ihm aufgetaucht und von denen der eine den anderen
schlug, keinen mit solcher Zähigkeit verfolgt, als den, den
Fortschritten der Franzosen ein Ziel zu setzen und, während
diese Anstalten trafen, die Herrschaft' über Europa an sich zu
reissen, sie mitten in der Siegeslaufbahn zum Stillstände zu
bringen. Acht Jahre, schrieb am Ende des für Maximilian
nicht glücklichen Jahres 1515 der Cardinal von Sion an den
von York (Wolsey), welcher selbst durch den Abschluss des
englisch-französischen Vertrages zwischen Heinrich VIII. und
Ludwig XII. auf den Höhepunkt seiner Macht und seines
staatsmännischen Ansehens gekommen war, acht Jahre hat
Maximilian im Kriege allein ausgeharrt, an 300,000 Ducaten
(Einkünfte) an Franzosen und Venetianer verloren, verlassen
vom Papste, vom Reiche, von Itatien, verpfändete er all das
1 Schon 1505 hoffte er die Cron Behaim wie solche vorzeyten auch gewest
ist mit sampt der krön zu Hungern zu dem hl. Reich zu bringen. Bamberger,
Reichstagsacten Bd. V. f. 14. Ungarn sollte, und nöthigen Falls
selbst durch das römische Königthum „dem hl. Reiche verwandt werden
wie das Haus Oesterreich.“ L. c. f. 146—156.