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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

Karl’s  T.  Wahl  zum  römischen  Könige.

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in  Deutschland  eine  Contremine  an  und  sprachen  1  sich  sehr
unumwunden  für  K.  Karl  aus.  2  Die  Täuschung;  der  Franzosen
wurde  immer  grösser,  je  näher  der  Wahltag  heranrückte.  Sie
pochten  jetzt  auch  noch  auf  die  englische  Freundschaft,  während
diese  für  beide  Competenten  gleich  hinterlistig  sich  zeigte. 3 )  Dennoch ­
  wurde  bis  zum  letzten  Augenblicke  gearbeitet.  Unter  einem
Geleite  von  400  deutschen  Reitern  brachten  Bonnivet,  d’Orval
und  l’Advantureux  400,000  Thaler  auf  deutsches  Gebiet,  die
Churfürsten  zu  bestechen.  Der  Admiral  begab  sich,  als  die
Zeit  der  Wahl  nahte,  nach  einem  Schlosse  in  der  Nähe  von
Frankfurt, 4  wo  er  sich  verborgen  hielt,  was  ihn  aber  nicht
hinderte,  mit  den  Churfürsten  von  Brandenburg  und  Sachsen
zu  unterhandeln.  In  Trier  wie  in  Cöln  hatte  die  Bewerbung
um  die  Krone  offen  stattgefunden.  Fleuranges,  dem  wir  die
Nachrichten  über  die  Reisen  der  Gesandten  nach  Trier,  Cöln
und  Frankfurt  verdanken,  erwähnt,  dass  es  in  der  Möglichkeit
gelegen  war,  die  Armee  des  schwäbischen  Bundes  für  K.  Franz
zu  gewinnen  und  dieses  verabsäumt  worden  war.  Der  Bund
habe  die  Wahl  K.  Karls  entschieden. 5  Es  habe  sich  um  14  Tage
gehandelt,  innerhalb  welcher  l’Advantureux  die  Bundesarmee
hinüberzuziehen  hoffte.  Jetzt  aber  begab  sich  der  Admiral  so
rasch  als  möglich  nach  Coblenz,  wo  d’Orwal  und  l’Advantureux
geblieben  waren,  und  von  da  mit  Unterstützung  des  heimkehrenden ­
  Churfürsten  von  Trier  nach  Lothringen.
Es  gab  vielleicht  einen  Moment,  in  welchem  der  französische ­
  König  durch  Appell  an  die  Gewalt  seiner  Sache  eine
bessere  Wendung  geben  konnte.  Er  selbst  scheint  Mitte  April
dieser  Meinung  nicht  fern  gestanden  zu  sein.  Sein  Schreiben
vom  16.  April  an  seine  Gesandten  beweist  ,  dass  er  sich  mit
diesem  Gedanken  beschäftigte. fi  Er  sei  froh,  meinte  er,  wenn
die  Sache  ohne  Blutvergiessen  ablaufen  könne.  Jetzt  aber  davon ­
  abzustehen,  sei  eine  Schande,  auf  welche  hin  ihm  die

1  Le  Glav  II.  p.  418.
-  Das  kostete  übrigens  K.  Karl  27,000  Goldgulden  jährlich  an  Besoldung.
Le  Glay  II.  p.  433.
3  Mono  1.  c.
*  Büdesheim,  wo  er  als  Capitaine  Jacob  verweilte.
5  Qui  feust  cause  de  fairefaire  l’election  en  faveur  du  dit  Empereur.  c.  43.
6  BeiTMignet  p.  249.
            
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