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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 74. Band, (Jahrgang 1873)

KaiTs  I.  Wahl  zum  römischen  Könige.

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und  auszustellen  hatte;  allein  er  harrte  aus  und  dass  14,000
Schweizer  Herzog -  Ulrich  verliessen,  war  sein  Werk.
Allein  dafür  hatte  die  Energie  der  Franzosen  und  die
Haltlosigkeit  der  deutschen  Fürsten  dem  Könige  nach  einer
anderen  Seite  zum  Siege  verholfen.  Einen  Monat  nachdem  Pfalzgraf ­
  Ludwig  den  Vertrag  mit  der  habsburgischen  Partei  abgeschlossen ­
  und  Heinrich  von  Kassau  und  Gerard  von  Plauen
an  den  Catolico  darüber  berichtet,  (4.  April),  kam  sein  Kanzler
mit  Bonnivet  zusammen  und  bald  wurden  beide  mit  einander
handelseinig  9.  Mai.  Der  Admiral  versprach  dem  Pfalzgrafen
100,000  fl.  nach  erfolgter  Wahl  auszuzahlen,  seine  Pension
auf  5000  fl.  Goldkronen  zu  erhöhen,  jedes  Jahr  2000  Goldgulden ­
  unter  die  pfälzischen  Räthe  zu  vertheilen,  den  Brüdern
des  Churfürsten  zwei  Bisthümer  zu  verleihen  und  den  Pfalzgrafen
Friedrich,  wenn  er  wollte,  mit  jährlich  6000  Franken  in  königliche ­
  Dienste  zu  nehmen.  War  das  Alles  schon  schlimm  genug,
so  folgte  das  Schlimmste  noch  nach.  Der  Churfürst  verlangte,
dass  Maximilians  Ausspruch  zu  Cöln  in  Betreff  des  Landshuter
Erbes  aufgehoben  und  diejenigen  Territorien  (Niederbaiern),
welche  von  dem  Erbe  Herzog  Georgs  an  die  oberbaierische
Linie  gekommen  waren,  mit  französischer  Hülfe  an  Pfalz  restituirt
  würden.  Dadurch  wurde  der  Umsturz  Oberdeutschlands ­
  eingeleitet,  der  französische  König  unmittelbar  zum  Schiedsrichter ­
  zwischen  der  churfürstlichen  und  der  herzoglichen  Linie
des  Hauses  Wittelsbach  erhoben,  und  der  Reichsfriede,  welcher
nach  so  gewaltigen  Erschütterungen  kaum  zu  Stande  gebracht
war,  aufs  Neue  in  Frage  gestellt.  Die  Vorstellungen  des  pfälzischen ­
  ,Pilatus‘,  wie  Paul  Armerstorff  den  Churfürsten  nannte,
wurden  in  einer  noch  widrigeren  Weise  in  heuchlerische  Worte
eingeklcidet,  als  dies  von  Seite  des  Erzbischofs  von  Mainz  geschehen ­
  war.  Damit  unsere  frommen  Absichten  in  Erfüllung
gehen,  schrieb  der  Churfürst,  als  der  Antrag  (abgeschlossen  zu
Coblcnz  am  22.  Mai)  von  ihm  am  28.  zu  Heidelberg  ratificirt
wurde,  so  bitten  wir  den  allerchristlichsten  König  so  viel  wie
wir  vermögen  im  Hinblick  auf  die  grossen  Vortheile,  welche
die  ganze  Christenheit  von  seiner  Erhebung  ziehen  wird,  nicht
aufzuhören,  nach  dem  Kaiserthum  zu  streben.  Wir  verpflichten
uns  deshalb  bei  unserem  Fürstenworte  und  auf  unsere  Treue
            
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