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zum Pfände ein, dass dem Könige kein Chur für st besser dienen
werde. Damit aber die Sache ja guten Ausgang nehme,
rieth die käufliche Seele dieses Clmrfürsten von Brandenburg
auch noch dem Könige von Frankreich, bis zum Anfänge Juni
ein gutes Heer von deutschen Soldtruppen, namentlich Reiterei,
vom deutschen Reichsadel aufzustellen.
Eine der grössten Schwierigkeiten bot Papst Leo X dar.
Wir wissen aus einer Unterredung desselben mit dem englischen
Gesandten, Bischof von Worcester, nachdem Karls Wahl bereits
erfolgt war, dass Leo sich rühmte, dem verstorbenen
Kaiser wie dem katholischen Könige alle möglichen Schwierigkeiten
in den Weg gelegt zu haben, namentlich, dass er Karl
nur dann als König von Neapel anerkennen wolle, wenn er
ihm, dem Oberlehnsherrn, den Eid leiste, nicht nach der römischen
Königskrone zu streben. Nach Maximilians Tode habe
er sich die grösste Mühe gegeben, Karls Wahl zu hindern und
die Churfürsten von seiner Begünstigung abzuhalten. Er liess
durch Campeggio und durch den Bischof von Worcester König
Heinrich versichern, wie gerne er ihn als römischen König gesehen
und wie er mit aller Treue und Ehrbarkeit sich benommen
habe. 1 Selbst die Unterstützung, die er K. Franz gewährt,
sei nur erfolgt, um gegen Karl zu operiren.
Man war am königlichen Hofe in Barcelona schon Anfang
März der Ueberzeugung, Papst Leo wolle eigentlich seinem
eigenen Neffen, dem Sohne Pietro’s, Lorenzo Magnifico, den
er mit Vertreibung von Papst Julius II. Neffen zum Herzoge
von Urbino gemacht hatte, den Weg zur Kaiserkrone bahnen. 2
Auch die Vermählung der jungen Wittwe K. Ferdinands,
Germaine, mit M. Johann von Brandenburg brachte man mit
dem Wahlgeschäfte in Verbindung, um dadurch auf den Churfürsten
von Brandenburg einzuwirken. 3 Schon wurden aber die
Klagen laut, dass Castilien sich jetzt erschöpfe, um die
Kaiserkrone zu gewinnen, nachdem es 11,000,000 Ducaten nach
1 Siehe das höchst merkwürdige Schreiben Woreesters an Wolsey von Ende
Juli 1519. n. 1393.
5 Petr. Martyr, ep. 637.
3 L. c. n. 638.