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Ro esl e r.
Noricum und alles Land von der Donau bis Istrien erfüllt
haben. Da die Bevölkerung der späteren Steiermark durchaus
dem im engeren Sinne sogenannten slovenischon Stamme
augehört, welcher Pannonien wie Kärnten und Krain erfüllte,
im Norden der Donau (Oesterreich und westliches Ober-Ungarn)
ein anderer vom slovenischen sprachlich sich sondernder
Stamm sesshaft erscheint, so wird die Ansiedelung der Slaven
in Pannonia Noricum und Istria nur von Osten her erfolgt
sein, von jenem grossen Bevölkerungsstrome, der, vom Süden
des Mutterlandes ausgehend, die Dniester- und Donauländer
ergriff und den wir den südöstlichen oder pontodanuvinischen
nennen können, im Unterschiede von dem, der durch die
Prypetpforte nördlicher nach Westen vorbrach, die Weicliselund
Oder-Landschaft erfasste, vielleicht durch die Karpatenpässe
nach Oberungarn, durch die Oderpforte nach Mähren
und Böhmen eindrang. Der südöstliche Strom also hat sich nach
dem Lauf der Donau aufwärts bewegt und ist so in das sirinische
und pannonische Hügelland eingedrungen, welches als
ein reiches Gefilde Bewohner anlockte. Dass der in entgegengesetzter
Richtung später in Noricum einrückende bajuvarisehe
Stamm so wenig Schwierigkeiten bei der Ansiedlung in Oesterreich
südlich der Donau, in Nord-Steier und Nord-Kärnten
fand, obgleich er hier überall schon auf Slaven stiess, hat seinen
Gi'und vor allem in der ungleich minderen Dichtigkeit, in welcher
die Slaven das nördliche Gebirge erst erfüllt hatten. Im
Gegensätze dazu lässt der geringere Erfolg der Bajuvarisirung
im Gebiete südlich der Drau annehmen, dass eben hier die
Dichtigkeit der Slavenmassen besonders intensiv war. Auch
scheint sich die Dichtigkeit mit der Entfernung vom Ausgangspunkte
der Bewegung vermindern zu müssen. Vor allem
aber muss im Auge behalten werden, dass die Slaven von der
Ebene kommend, an der Ebene (sei sie nun höher oder tiefer
gelegen) und am Hügellande mehr Gefallen fanden, als an dem
Gebirge. Sie haben dieses, so lange Auswahl möglich war,
immer bei Seite gelassen, die Gebirgsränder Böhmens haben
die Slaven nicht besetzt, in Siebenbürgen, das sie nach
dem Untergange der Gepiden hätten ausfüllen dürfen, haben
sie nur spärlich Platz genommen. Nur wenn ein Thal so allmählich
aufstieg, wie das Drautlial, sind sie bald tief in das-