Zeitpunkt der slavisclien Ansiedlung an der unteren Donau.
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Ueberall auf dem bezeichneten Raume, wo sieb die Slaven
niederliessen, bildeten sieb bald Benennungen für die einzelnen
Tlieile der Nation aus; Flusseinschnitte, Wälder, Seen, Berge,
Meeresnähe wurden die Quelle der Namen; häufig' kam dabei
Anlehnung vor an die Namen, welche man für die Naturobjecte
vorfand, ebenso häufig Neubildung oder Uebertragung.
Ueberall wird der Name der Bewohner erst später zum Gauund
Landnamen.
Diese geographische Benennungsweise, die nächstliegende
aller für ein Volk, in dem die politischen Gewalten noch nicht
bedeutendes Gewicht ausiiben, hat wohl schon vor der Wanderung,
im Mutterlande Platz gegriffen und bei der Zähigkeit,
mit der sich in einfachen, langsam vorrückenden Zuständen
Namen erhalten, kann es leicht sein, dass die Namen für die
Gaustämme des Mutterlandes, welche uns Kaiser Constantinos
im 10. und Mönch Nestor im 12. Jahrhundert überliefern, schon
vor der Wanderung an derselben Stätte hafteten.
Da werden denn genannt die Poljane, d. i. Bewohner
der Ebene im mittleren Dniepertlial um Ivijew, westlich von
ihnen in den weiten Wäldern die Derewljanen (AspßXev(voi), die
Poloeane dort, wo die Polota in die Düna fällt, um Polock;
der Grund mancher andern Benennung ist nicht so klar, denn
mancher Wortstamm ist seither verschollen und manche Oertlichkeit,
der Grund der Benennung, heute nicht mehr bestimmbar.
Als die Slaven hervorbrachen aus dem Dnieperbecken,
dem Centralboden ihrer altheimischen Wohnsitze — zunächst
eine neue Gefahr für die Cultur der abendländischen und den
Bestand des durch die Germanen und Hünen schwer erschütterten
römischen Reiches — da nannten sie sich insgesammt
nicht mit einem der Stammnamen, welche von gewissen Oertlichkeiten,
von Feld und Wald und Flüssen den Namen trugen,
weil diese Theilbenennungen für die wohl aus allen Theilgebieten
des Mutterlandes aufbrechenden Massen zur allgemeinen
Bezeichnung sich nicht eigneten, sondern mit den zwei Namen
der Slavenen und Anten. 1 Die Bedeutung des ersteren als
1 Procop. de b. g. 3, 14. S. 334, 336. Die Einschiebung des k in Sklavenen
statt Slavenen ist nur dem Umstand zuzuschreiben, dass griechischer wie