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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 73. Band, (Jahrgang 1873)

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R  o  e  s  1  e  r.

das  4.  Jahrhundert  hinein  von  arischem  Stamme:  Skythen
Sauromaten  Massageten  Alanen,  später  türkische  Horden.
Niemals  in  der  langen  Zeit  von  9  Jahrhunderten,  die  wir
überblicken  können,  wagten  sich  slavische  Bevölkerungen  in
jene  Gasse  hinein,  welche  die  gefürchteten  Stämme  der  kühnen
Räuber  und  Staatenverheerer  ohne  Unterlass  in  Bewegung
hielten.  Im  Südwesten  lehnten  sich  an  die  Sarmaten  die  Bastarnen. ­
  Vor  allen  Germanenvölkern  hatten  sie  zuerst  sich  nach
Südosten  zu  verbreiten  angefangen  und  die  Karpatenländer  im
Norden  wie  im  Süden  des  Gebirges  eingenommen.  Wenigstens
seit  dem  2.  Jahrhunderte  wohnten  sie  auch  auf  dem  Plateauraume ­
  des  östlichen  Galiziens  (Podolien  und  Wolynien)  und
der  Moldau,  eben  da,  wo  viele  slavische  Gelehrte  einen  Ursitz
der  Slaven  annehmen  möchten.  Im  Westen  endlich  sassen
germanische  Stämme,  die  Gothen  an  der  unteren  Weichsel
und  im  Gebiete  zwischen  dieser,  der  Pregel  und  dem  Meere,
welches  die  Slaven  nirgends  berührten  und  auf  dem  sie  nicht
gleich  den  Germanen  vertraut  wurden. 1
Es  war  ein  Flächenraum  von  etwa  achttausend  Quadratmeilen, ­
  den  die  Slaven  in  jenen  alten  Tagen  von  wenigstens
500  v.  Chr.  bis  etwa  400  n.  Ohr.,  wie  es  scheint  ungestört,  bewohnten, ­
  ein  wild-  und  fischreiches  Land,  wimmelnd  von  Bären,
Elen  und  Uren,  ganz  geeignet,  einer  Bevölkerung  kräftiger
Jäger  Unterhalt  zu  geben,  aber  zum  grossen  Theil  auch  ein
unerschöpflich  fruchtbarer  Ackerboden,  wenn  ihn  ein  getreidebauendes ­
  Volk  bewohnte.
Germanen  und  Sarmaten  wirkten  am  meisten  auf  sie  ein,
sie  ihrerseits  pflanzten  die  von  beiden  empfangenen  Cultur-1

  Zeuss  671.  Weil  W.  Surowiecki  (Sledzenie  poczatku  narodöw  Slowiariskich.
  Roczniki  towarzystvva  kr.  Warszawskiego  przyjaciöl  nauk,  XVII,
165—357.  Warschau  1824-,  eine  ungebührlich  vernachlässigte  Arbeit)  sich
die  Lage  der  Aesten  einerseits,  der  Bastarnen  und  Sarmaten  anderseits
nicht  klar  gemacht  hatte,  ist  sein  Ansatz  der  Grenzen  des  alten  Slavengebiets
  weit  zu  gross  ausgefallen.  S.  198:  Poczawszy  od  Wisly  wdluz
krainy  Est6w  przez  dzisieyszy  Niemen,  Zmudz,  Tnflanty,  Estonija  az  do
wschodnich  koricöw  Baltyku;  stamtiid  okol'o  zrzödel  Wolgi  i  Dniepru  do
ujscia  Prypeci;  dalöj  wdluz  tej  rzeki  do  jej  zrzödel  przez  czesc  Polesia
i  Wolynia,  przez  wyiszy  Dniestr  az  pod  Tatry  i  Wisle,  ktora  odtad  byla
sciana  zachodnia  dzielaca  ich  od  narodöw  Germanskick.
            
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