Zeitpunkt der slavißchen AnBiedlung an dev unteren Douan.
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Volk war so binnenländisch eingekeilt, dass Hellenen wie
Römer keinen unmittelbaren Verkehr mit ihnen gewannen. 1
Wie lange es schon mit den Germanen grenzte, als die Römer
davon Kunde erlangten, lässt sich nicht sagen; kaum haben
die älteren Stammsitze bis an die mittlere Weichsel gereicht,
wo sie den Gothen nahe traten. Jedenfalls liegt der Raum,
den sie als ihr Gebiet zu allen Zeiten inne hatten weiter ostwärts,
seine Mitte bilden die Ufer des oberen und mittleren
Dnieper, südwärts reichte es gewiss nicht weiter als bis an
die bekannten Stromschwellen (Porogi) in ihm. Im Norden von
dem Niemen bis zur Dünamündung hatten sie noch im ersten Jahrhundert
unserer Zeitrechnung die Familie der Aisten wie sie der
Germane nannte, oder die Prusi nach slavischer Bezeichnung,
zu Nachbarn, deren äusserste Glieder, die Galinder und Sudinen,
bis an die Pregel (Pregora) reichten 2 , weiter nördlich grenzten
sie mit den Liven und Esten von finnischem Stamme. Mit dem
anderen Zweige der Aistenfamilie, den Litauern, berührten sie
sich an der BeVezina, der oberen Düna (Dwina) und am Prypet.
Gegen Nordosten wurden sie umrahmt von den finnischen Wes
am weissen See, von den Merja an der oberen Wolga und
den Muroma am Zusammenfluss der Oka und Wolga. Sie
insgesammt nannte der Slave Tschuden, vielleicht, die Fremden
Seltsamen. Eine Linie von den letzteren quer an den Dnieper
bis unterhalb Kijews vervollständigt die Ostgrenze, nirgends
erstreckten sich die Sitze damals bis in das Gebiet des Don,
die Grenze Europas, an dem wenigstens schon seit dem ersten
Jahrhundert türkische Völker ihren Wohnraum hatten. Längs
der ganzen Südgrenze im baumlosen Gebiet der pontischen
Steppe, vom Spiegel des unruhigen Binnenmeers bis zum
Granitplateau, welches die wasserreichen Flüsse in Stromschnellen
durchbrechen, hausten wieder Nomaden, bis tief in
1 Ich bemerke nur beiläufig, dass ich die hielier gehörigen Arbeiten von
A. Sembera, Z&padni Slovanö v praveku, Wien 1868 und Ueber die Lage
der Wohnstätten des h. Severinus in Nieder-Öesterreieh, Wien 1871 wol
kenne, sie aber zu denjenigen zähle, welche von Zeit zu Zeit entstehen,
um deu Forscher bei der ernsten Arbeit aufzuheitern.
2 Zeuss 271. K. Möllenhoff, über das Sarmatien des Ptolemaeus. Monatsberichte
der Berliner Akad. der Wissenseh. 1866. 1, 2. Röpell, Geschichte
Polens 1, 22.