Ueher den Einfluss der Tonlehre auf Herhart’s Philosophie.
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Im Anfang sind beide Glieder des Willensverhältnisses
in einem und demselben Veruunftwesen beisammen und zwar
beide (eigene) wirkliche Willensacte, welche, da sie sich nicht
qualitativ (durch ihre ihrer XJnberechenbarkeit halber unvergleichbaren)
Objecte unterscheiden können, quantitativ durch ihre
Stärke (Mannigfaltigkeit, Ordnung) sich unterscheiden müssen,
wobei der stärkere neben dem schwächern gefällt, der letztere
neben dem ersteren missfällt. (Idee der Vollkommenheit, Unvollkommenheit.)
Dom eigenen wirklichen nun steht als Gegensatz
der bloss gedachte eigene Wille (der Gedanke eines eigenen
Willens) d. h. das Vorbild eines solchen entgegen, zu welchem
das eigene Wollen selbst sich entweder als nachahmendes
oder als eontrastircndes Abbild verhält d. h. die beifällige Uebereinstimmung
von Wollen und Einsicht oder deren missfälliges
Gegentheil (Idee der innern Freiheit, Unfreiheit). Von dem
gedachten eigenen aber stellt wieder das gedachte fremde
Wollen den contradictorischen Gegensatz dar, woraus sich das
dritte Verhältnis des eigenen wirklichen zu dem gedachten
fremden Wollen entweder als beifällige Harmonie oder als
missfällige Disharmonie beider ergibt (Idee des Wohlwollens,
des Uebelwollens). Ein neues Verhältnis entsteht, wenn
statt des bloss gedachten ein wirkliches fremdes Wollen
dem eigenen gegenübertritt, wobei nun der Fall eintreten
kann, dass dasselbe als Wollen eines andern Vernunftwesens
von dem ersten nicht, oder dass es als solches auch gedacht
wird. Im ersten Falle kann diess Zusammentreffen
des wirklichen Wollens (beider Vernuuftwesen) nicht anders
als zufällig (Streit), im andern auch absichtlich (That)
erfolgen, wobei ersterer immer, letztere nur so lange missfällt,
als sie unvergolten bleibt (Idee des Rechts und Idee der
Billigkeit).
Auch hier liegt, wie leicht zu erkennen, eine Reihe von
Dichotomieen zu Grunde. Das einzelne Vernunftwesen steht den
mehreren, die qualitative Gleichheit beider Verhältnissglieder
ihrer Verschiedenheit, die Stärke der Schwäche, das eigene
Wollen dem fremden, das wirkliche dem gedachten gegenüber.