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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 73. Band, (Jahrgang 1873)

Ueher  den  Einfluss  der  Tonlehre  auf  Herhart’s  Philosophie.

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Im  Anfang  sind  beide  Glieder  des  Willensverhältnisses
in  einem  und  demselben  Veruunftwesen  beisammen  und  zwar
beide  (eigene)  wirkliche  Willensacte,  welche,  da  sie  sich  nicht
qualitativ  (durch  ihre  ihrer  XJnberechenbarkeit  halber  unvergleichbaren) ­
  Objecte  unterscheiden  können,  quantitativ  durch  ihre
Stärke  (Mannigfaltigkeit,  Ordnung)  sich  unterscheiden  müssen,
wobei  der  stärkere  neben  dem  schwächern  gefällt,  der  letztere
neben  dem  ersteren  missfällt.  (Idee  der  Vollkommenheit,  Unvollkommenheit.) ­
  Dom  eigenen  wirklichen  nun  steht  als  Gegensatz ­
  der  bloss  gedachte  eigene  Wille  (der  Gedanke  eines  eigenen ­
  Willens)  d.  h.  das  Vorbild  eines  solchen  entgegen,  zu  welchem ­
  das  eigene  Wollen  selbst  sich  entweder  als  nachahmendes
oder  als  eontrastircndes  Abbild  verhält  d.  h.  die  beifällige  Uebereinstimmung
  von  Wollen  und  Einsicht  oder  deren  missfälliges
Gegentheil  (Idee  der  innern  Freiheit,  Unfreiheit).  Von  dem
gedachten  eigenen  aber  stellt  wieder  das  gedachte  fremde
Wollen  den  contradictorischen  Gegensatz  dar,  woraus  sich  das
dritte  Verhältnis  des  eigenen  wirklichen  zu  dem  gedachten
fremden  Wollen  entweder  als  beifällige  Harmonie  oder  als
missfällige  Disharmonie  beider  ergibt  (Idee  des  Wohlwollens,
des  Uebelwollens).  Ein  neues  Verhältnis  entsteht,  wenn
statt  des  bloss  gedachten  ein  wirkliches  fremdes  Wollen
dem  eigenen  gegenübertritt,  wobei  nun  der  Fall  eintreten
kann,  dass  dasselbe  als  Wollen  eines  andern  Vernunftwesens
von  dem  ersten  nicht,  oder  dass  es  als  solches  auch  gedacht ­
  wird.  Im  ersten  Falle  kann  diess  Zusammentreffen
des  wirklichen  Wollens  (beider  Vernuuftwesen)  nicht  anders
als  zufällig  (Streit),  im  andern  auch  absichtlich  (That)
erfolgen,  wobei  ersterer  immer,  letztere  nur  so  lange  missfällt,
als  sie  unvergolten  bleibt  (Idee  des  Rechts  und  Idee  der
Billigkeit).
Auch  hier  liegt,  wie  leicht  zu  erkennen,  eine  Reihe  von
Dichotomieen  zu  Grunde.  Das  einzelne  Vernunftwesen  steht  den
mehreren,  die  qualitative  Gleichheit  beider  Verhältnissglieder
ihrer  Verschiedenheit,  die  Stärke  der  Schwäche,  das  eigene
Wollen  dem  fremden,  das  wirkliche  dem  gedachten  gegenüber.
            
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