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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 73. Band, (Jahrgang 1873)

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Zimmer  mann.

nicht  vielmehr  darauf  ankäme,  die  leitende  Idee  der  praktischen
Philosophie  Herbart's  als  eine  musikalische  aufzudecken,  denn
darauf,  sie  als  solche  fortzusetzen.
Keine  Rücksicht  auf  Flüchtigkeit  und  (gegen  die  Einflussnahme ­
  der  Musik  auf  Philosophie  gerichtete)  Vorurtheile,  sagt
Herbart  (VII.  S.  25),  solle  ihn  hindern,  über  die  Beziehung
der  vorliegenden  (psychologischen)  Untersuchung  (über  die
Tonlehre)  auf  praktische  Philosophie  das  Nöthige  zu  sagen.
Er  habe  gezeigt,  dass  die  letztere  Wissenschaft  auf  einer
Anzahl  von  genau  bestimmten  ästhetischen  Urtheilen  (den
obigen  fünf  oder  acht  beifälligen  und  missfälligen  ästhetischen
Willensverhältnissen)  ruhe.  Das  Gebäude  der  Musik  stehe  seit
Jahrhunderten  auf  den  ästhetischen  Bestimmungen  der  obigen
(fünf  oder  acht)  Tonverhältnisse  unerschüttert.  Herbart  ist  so
durchdrungen  von  der  Analogie,  die  zwischen  der  musikalischen
Ton-  und  der  ethischen  Ideenreihe  herrscht,  dass  ihm,  die
Sache  mit  dem  treffenden  Worte  zu  bezeichnen,  der  Ausdruck
entschlüpft:  ,dic  Musik  sei  das  Gleichniss  der  praktischen
Philosophie!'  (a.  a.  0.  26).
Schwerlich  wird  er  dabei  nur  an  die  immerhin  nicht
gering  zu  achtende  Aehnlichkeit  der  einzelnen  Ton-  mit  den
einzelnen  Willensverhältnissen  gedacht  haben.  Die  voranstehende ­
  Erörterung  wird  hinreichend  sichtbar  gemacht  haben,
dass  wenn  dieselben  wirklich  als  ,Gleichnisse'  für  einander
gelten  sollen,  auch  das  übliche  ,Hinken'  denselben  nicht  völlig
erspart  geblieben  ist.  Auch  die  ,Continuität'  der  Tonlinie  bildet
einen  schwachen  Vergleichungspunkt,  wenn  sie,  wie  man  aus
dem  Tadel,  ,dass  es  während  der  langen  Herrschaft  der  Kant’-schen
  Philosophie  Niemandem  eingefallen  sei,  dieselbe  mit
Raum  und  Zeit  zu  vergleichen'  (a.  a.  0.  S.  25),  sieht,  das
mathematische  Continuum  im  Auge  behält.  Setzt  man  dagegen ­
  an  Stelle  des  letzteren  das  logische  Continuum  einer  vollständigen ­
  Reihe  von  Gegensätzen,  deren  einzelne  Glieder  sich
unter  einander  ausschliessen,  so  tritt  die  Aehnlichkeit  der  auf
diesem  Wege  a  priori  construirten  geschlossenen  Ton-  und
ebensolchen  Ideenreihe  schlagend  hervor.
            
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