Uel)er den Einfluss der Tonlelire auf Herbart's Philosophie.
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dachte eigene Wollen. Der Grad des Gegensatzes zwischen
den Gliedern hat sich bei dem dritten Verhältnisse gesteigert
gegen das erste.
Das erste und das dritte Verhältniss haben das miteinander
gemein, dass ihre Glieder untereinander ,heterogen', ein
,Wollen' und ein ,Vorstellen' sind. In diesem Betracht sind
beide von dem zweiten verschieden, bei welchem nach Obigem
beide Glieder ,Strebungen', also homogen sind. Qualitativ
findet sonach in diesem Fall zwischen den Gliedern nicht nur
nicht der geringste Grad des Gegensatzes, sondern überhaupt
gar kein Gegensatz statt. Beide wären eines und dasselbe und es
verschwände jedes ästhetische Verhältniss zwischen ihnen, wenn
sie nicht quantitativ, d. h. der ,Grösse nach' verschieden
wären. Hier aber tritt weiter kein gradweiser, sondern sogleich
der volle Gegensatz ein, indem beide ,Strebungen' sich ,aneinander
messen', die eine nothwendig die stärkere, die andere
die schwächere sein muss. Wären sie beide gleich stark, so
wären sie ebensowenig quantitativ, wie nach Obigem qualitativ
verschieden, in jeder Hinsicht identisch, und ein ästhetisches
Verhältniss zwischen ihnen bestünde nicht mehr.
Wir werden an das Intervall des vollen Gegensatzes, die
Octave, sowie durch die steigenden Gegensatzgrade des ersten
und dritten Verhältnisses, an die gleichfalls im Steigen begriffenen
Gegensätze der harmonischen Intervalle der Terz,
Quarte und Quinte erinnert. Die (logische) Gleichheit der
Glieder weicht in dem Masse zurück, als deren (logischer)
Gegensatz wächst; metaphysischer Gegensatz ist, da alles im
nämlichen ,Vernunftwesen' beisammen ist, noch keiner vorhanden.
An der zweiten Gruppe ästhetischer Willensverhältnisse
taucht dieser zuerst empor zwischen den beiden ,Vernunftwesen',
deren wirkliche Wollen mit und zueinander in ein
Verhältniss treten; zugleich aber ist die logische Gleichheit
beider Vernunftwesen so gross, dass die beiden Verhältnissglieder
fast nicht zu unterscheiden sind. Das Du, das dem Ich
gegenübersteht, ist in jeder Beziehung demselben völlig gleichartig,
ein Wesen ,seines Gleichen', so dass man jedes an die
Stelle des andern setzen könnte, ohne dass das Verhältniss
beider dadurch eine Aenderung erführe. Letzteres selbst