Ueber den EinfluBS der Tonlehre auf Herbart’s Philosophie.
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S. XI.) die Grundbegriffe seiner Psychologie durch die aus
Fichte’s Schule anhängenden trüben und unklaren Elemente
hindurch bereits deutlich zu erkennen. Für die ihm später
so wichtige Anwendung auf die Tonlehre ist es bedeutsam,
dass schon hier unter den Beispielen nicht in- sondern aneinander
liegender und sich einander ausschliessender Gefühle,
welche deshalb ein ,Continuum‘ bilden, die ,Tonlinie' genannt
wird (a. a. 0. S. 42). Die oben hervorgehobene Vermischung
des ,mathematischen' und des ,logischen' Continuums, deren
erstes zwischen je zwei Punkten einen dritten enthält, während
das zweite zwischen je zwei auf einanderfolgenden Gliedern
kein drittes duldet, geht, wie man sieht, bis auf das embryonale
Ei seiner Philosophie zurück.
In der logischen ,Continuität' liegt die Aehnliclikeit der
Tonlinie mit der Reihe praktischer Ideen, welche die Basis
von Herbart’s praktischer Philosophie bildet. Jene stellt eine
Folge von logisch dicht aneinander (mit Ausschliessung jedes
Mittelgliedes) gereihten Ton-, diese eine von ebenso beschaffenen
Willensverhältnissen dar. Bei oberflächlicher Vergleichung
kann es auffallen, dass nach Herbart die Tonlinie nicht mehr
als fünf ausgezeichnete Intervalle: Octave, (falsche und reine)
Quinte, (kleine und grosse) Terz, Quarte und Secunde zählt,
da er die Sexten und Septimen nur als Umkehrungen der Terz
und Secunde gelten lässt. Man könnte versucht sein, in der
entsprechenden Fünfzahl der praktischen Ideen eine Accommodation
an die erstere zu wittern. Davon wird man zurückkommen,
wenn man bedenkt, dass die Reihe der ästhetischen
Willensverhältnisse zwar gleichfalls fünf, aber, wenn man das
beifällige und das missfällige Verhältniss besonders zählt,
eigentlich acht Glieder enthält, und zwar in der Reihenfolge:
Innere Freiheit Vollkommenheit Wohlwollen
Innere Unfreiheit Unvollkommenheit Uebelwollen
(Recht) (Billigkeit)
Streit Unvergoltene That,
von denen drei beifällig, fünf dagegen unbedingt missfällig sind.
Die falsche Quinte zählt Herbart besonders auf, wodurch die
Zahl der ausgezeichneten Intervalle auf sechs, die kleine Terz
unterscheidet er von der grossen, wodurch sie auf sieben steigt.
Darunter sind fünf harmonisch, zwei disharmonisch, so dass