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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 73. Band, (Jahrgang 1873)

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Zimmer  mau  n.

der  Ausdruck  ,elementare  oder,  ursprüngliche'  Empfindung  gebrauchtwird, ­
  erlaubte)  Annahme,  dass  die  concreten  Ton-  (und  Farben-) ­
  Empfindungen  einfach  seien,  beseitigt  wird,  eine  Vereinigung
der  Herbart’schen  und  Helmholtz’schen  Tonlehre  sich  ermöglicht.
Welcher  Verbesserungen  im  Ganzen  und  Einzelnen  aber
auch  Herbart’s  Tonlehre  bedürftig  und  fähig  sein  möge,  ihr
Einfluss  auf  seine  Philosophie,  der  Gegenstand  dieses  Vortrags,
ist  darum  nicht  minder  gewichtig.  Nicht  nur  dient  sie  ihm  als
erwünschte  Bestätigung  der  Richtigkeit  seiner  Schwellenformel,
des  Keimes  der  mathematischen  Psychologie,  sondern  zugleich
als  Vorbild  für  das  gleichfalls  a  priori  construirte  Schema
ästhetischer  Willensverhältnisse,  das  er  seinem  zur  selben  Zeit
entworfenen  System  der  praktischen  Philosophie  zu  Grunde
legte.  Letzteres,  wie  er  an  seinen  Jugendfreund,  den  spätem
Bürgermeister  Johannes  Smidt  in  Bremen,  am  17.  Jan.  1808
von  Göttingen  aus  schrieb  (Herb.  Rel.  S.  170),  obgleich  auf
Götting’schem  Boden  gewachsen,  keimte  bereits  in  Bremen
(während  seines  Aufenthaltes  daselbst  im  Smidt’schen  Hause
nach  seiner  Rückkehr  aus  der  Schweiz  vom  März  1800  bis
Ende  April  1802)  *.  Die  Rechnungen,  die  in  den  Hauptpunkten
der  Metaphysik  erscheinen,  sind  nach  derselben  Quelle  bereits
im  Jahre  -1800  mit  denselben  Formeln  ausgeführt  worden,  und
haben  sich,  wie  er  nicht  ohne  Selbstgefühl  hinzusetzt,  durch
ihre  (obige)  Anwendung  auf  die  theoretische  Musik  auffallend
bewährt.  Die  Wurzeln  seiner  Philosophie  reichen  noch  weiter,
nach  seiner  eigenen  Erklärung  (an  Carl  Steiger  a.  a.  O.  146)
bis  in’s  Jahr  1798  zurück 2 ,  wo  er  während  eines  dreiwöchentlichen ­
  Aufenthalts  an  dem  ,kleinen  Bach  von  Engisstein'  bei
Hochstetten  im  Canton  Bern  ,sein  System  fand'.  In  dem
,Ersten  problematischen  Entwurf  der  Wissenslehre'  (W.  XII.
S.  38—57)  sind  nach  Hartenstein’s  Urtheil  (W.  XII.  Vorr.

1  Dasselbe  erschien,  wie  aus  dem  Briefe  an  C.  v.  Steiger  (Herb.  Eeliq.
S.  168)  erhellt,  schon  vor  dem  22.  Nov.  1807,  ebenso  die  Hptp.  d.  Met.
2  Er  ist  der  ,philosophischen  Muse 1  zuerst  an  dem  ,kleinen  Bach  zu  Engisstein
 1  begegnet.  (Vgl.  d.  Brief  v.  Ende  August  1798  an  C.  St.  S.  146  u.  d.
Brief  v.  Behlendorf  an  Eist.  S.  87.)  Die  Hptpkte  d.  Met.  erschienen  in  d.
ersten  Bearb.  bereits  1806.  Vgl.  Br.  an  C.  St.  v,  23.  Aug.  1806.  Am  selben
Tage  ging  d.  Logik  (Hptpkte  d.  Logik)  in  die  Druckerei  ab.  Geschrieben
wurden  d.  Hptpkte  ,ohne  Absatz  in  drei  Wochen 1  (Ebendas.  S.  159).
            
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