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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 73. Band, (Jahrgang 1873)

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Zimmer  mann.

gungen  keine  Vorstellungen,  keine  Seelenzuständc  seien',  eine
zu  weitreichende  Bedeutung  beigelegt.  Um  auf  psychologischem ­
  Gebiet  zu  bleiben,  habe  er  das  Mannigfaltige  der
Gleichheit  und  des  Gegensatzes  in  den  elementaren  Empfindungen
in  eine  blosse  Fiction  verwandelt.  Waitz  dagegen,  um  das
Mannigfaltige  derselben  zu  retten,  verlegt  es  in  den  blossen
,Nervenreiz'  und  bleibt  dadurch  gänzlich  auf  physiologischem ­
  Gebiet!  Resl  (a.  a.  O.  Zeitschr.  f.  ex  Phil.  VI,  2.  S.  178
Vergl.  ebendas.  VIII,  3.  S.  266)  vermied  diesen  Fehler,  indem
er,  was  Waitz  Nervenreiz  nannte,  für  ,Empfindungen'  erklärte
und  in  dem  einzelnen  Tone  (wie  Ilelmholtz  im  ,Klange')  eine
Reihe  von  einzelnen  Vorstellungen  unterschied.  Da  er  aber
auf  die  Lehre  von  den  Obortönen,  die  erst  1862  (seine  Abhandlung ­
  ursprünglich  bereits  1857)  erschien,  keine  Rücksicht
nehmen  konnte,  so  irrt  er  darin,  dass  er  unter  diesen  Partialempfindungen ­
  nur  die  nacheinander,  durch  die  Zeiträume  von  jbis
  24ooo  Secunde  getrennt,  aus  Eindrücken  der  einzelnen
Schallwellen  mittels  der  Nerven  auf  die  Seele  hervorgehenden ­
  einfachen  Vorstellungen  versteht.  Nach  Ilelmholtz  sind
die  Partialklänge  der  vernommenen  ,Klangmasse'  wirkliche
musikalische  Töne,  und  die  denselben  entsprechenden  ,Partialempfindungen' ­
  der  zusammengesetzten  ,Klangempfindung'  meiner
Ansicht  zufolge  wirkliche  Tonempfindungen.  Die  von  Resl
entwickelte  Theorie,  welche  mit  der  von  Lotze  (Medicin.
Psycholog.  S.  204)  angedeuteten  der  ,psychischen  Oscillationen'
sich  berührt,  begegnet  wie  diese  der  Schwierigkeit,  die  Lotze
(a.  a.  0.  S.  205)  in  die  inhaltschwere  Frage  zusammenfasst:
wie  sich  die  psychischen  Elcmentarzustände,  davon  jeder  einer
Luft-  (oder  Aether-)  Schwingung  entspricht,  zu  den  qualitativ
bestimmten  Empfindungen  (wirklicher  Töne  und  Farben)  verhalten? ­
  Resl  erklärt,  wesshalb  musikalische  Töne,  bei  denen
die  Schwingungen  (und  folglich  auch  die  den  einzelnen  Impulsen
der  Schallwellen  entsprechenden  Partialempfindungen)  periodisch
und  gesetzmässig  erfolgen,  verglichen  mit  dem  ungeregelten
Schall  um  ihrer  Gleichartigkeit  willen  gefallen.  Dass  er  damit
nur  dasjenige  Phänomen  theoretisch  begreiflich  macht,  welches
ich  (Aesth.  §.  519)  Reinheit  des  Tons  genannt  habe,  ist  von
Pokorny  (a.  a.  0.  S.  266)  richtig  erkannt  worden.  Für  die
Lösung  der  eigentlichen  Frage  wäre  die  Theorie  Eulers,  die
            
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