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Z immermann.
und die Qualität der Tonempfindungen statt für einfach, für
thatsächlich zusammengesetzt aus Gleichem und Entgegengesetztem
anzusehen. Die Consonanz zweier zugleich vernommener
Klänge erscheint dann um so bedeutender, je mehr
und je näher dem Grundton gelegene Obertöne derselben zusammenfallen,
d. h. je weniger Schwebungen, das ist Nöthigung
zum Einswerden in den beiden Klängen vorhanden ist. Dagegen
dissoniren die Klänge um so stärker, wenn keine oder nur
sehr weit vom Grundton abstehende (in Folge dessen unvernehmliche)
Obertöne coincidiren, also die Menge der Schwebungen
und in Folge dessen das Quantum der Nöthigung zum
Einswerden sehr gross ist. Letzteres ist bei der kleinen und
grossen Secunde, bei der grossen und in milderem Grade bei
der kleinen Septime, Ersteres bei der Octave, der Duodecime
und zweiten Octave, sowie bei der mehr in der Mitte des
Octavintervalls gelegenen Quinte, Quarte und grossen Sext,
in minderem Grade bei der grossen und kleinen Terz der Fall,
die daher erst seit dem 12. Jahrhundert und auch dann nur
für unvollkommene Consonanzen gelten. (Vgl. Helmh. a. a.
O. S. 287 u. ff.)
Der Verwandlung der Tonempfindung aus einer einfachen in
einen Complex mehrerer gleichzeitigen Empfindungen zugleich
klingender Töne steht von Seite Herbart’s um so weniger im
Wege, - als seine eigene gelegentlich geäusserte Ansicht über
den Bau des Gehörorgans miQ der von Helmholtz seiner
Theorie zu Grunde gelegten im Wesentlichen zusammentrifft.
Letzterer sagt (a. a. 0. S. 215): dass es verschiedene Theile
sein müssen, welche durch verschiedene Töne in Schwingung
versetzt werden und diese Töne empfinden. Werde daher
ein zusammengesetzter Klang (oder ein Accord) dem Ohre zugeleitet,
so werden alle diejenigen elastischen Gebilde erregt,
deren Tonhöhe den verschiedenen in der Klangmasse enthaltenen
einzelnen Tönen (dem Grundton und seinen Obertönen)
entspricht, und bei gehörig gerichteter Aufmerksamkeit
werden daher auch alle die einzelnen Empfindungen der einzelnen
einfachen Töne einzeln wahrgenommen (der Accord
wird in seine einzelnen Klänge, der Klang in seine einzelnen
Töne zerlegt) werden können. Herbart sagt (Lelirb. z. Psych.
§. 72 W. V. S. 54): wahrscheinlich habe jeder musikalische