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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 73. Band, (Jahrgang 1873)

Zur  Geschichte  und  Chronologie  von  Khwärizm.

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len  oder  Gewährsmänner  in  dem  auf  Khwärizm  (und  Sug'lid)
bezüglichen  Theil.  Ueber  diese  Gegenstände  schrieb  er  aus
eigener  Anschauung,  schöpfte  aus  den  Traditionen  des  Volkes
und  hatte  vermuthlich  alles,  was  an  Documenten  und  Chroniken ­
  aus  alter  Zeit  in  den  Archiven  seiner  Vaterstadt  und
des  ganzen  Landes  übei’liefert  war,  vollständig  zu  seiner  Verfügung.
  Alle  diese  Quellen  scheinen  ausser  von  ihm  zu  seiner
Zeit  und  auch  späterhin  von  keinem  anderen  mehr  benutzt
worden  zu  sein.  Die  Volkstradition  wurde  verdrängt  durch
die  Legenden  des  Koran  und  die  meisten  Schriftwerke  mögen
bei  der  gänzlichen  Verwüstung  des  Landes  durch  die  Mongolen
verloren  gegangen  sein.
Bevor  wir  unsere  Bemerkungen  zu  Albirünis  Bericht  über
die  Geschichte  Khwärizms  schliessen,  machen  wir  noch  auf
eine  Stelle  bei  Albaihaki  aufmerksam,  die  vermuthlich  aus  der
,Chronik  von  Khwärizm'  des  ersteren  entlehnt  ist.  Albaihaki
sagt,  dass  Khwärizm  zu  aller  Zeit  ein  selbstständiges  Reich
mit  selbstständigen  Fürsten  gewesen  sei,  und  berichtet  die
sonst  unbekannte  Thatsache,  dass  zur  Zeit  des  Sasanidenkönigs
Bahrämgür  (s.  Mujmil-altawarikh,  Journal  Asiatique  1841  Dec.
12.  B.  S.  515)  einer  seiner  Verwandten,  der  obei’ste  Heerführer
des  Reiches,  sich  Khwärizms  bemächtigt  habe.  Ob  aber  diese
Besitzei’greifung  nur  eine  vorübergehende  oder  von  längerer
Dauer  war,  wird  nicht  angedeutet.  Wir  lassen  Albaihaki  834
selbst  reden:  ,Khwärizm  ist  eine  Provinz,  wie  ein  Iklim,
80  Farsakh  lang  und  breit.  Es  gibt  dort  viele  Kanzeln. 1  Zu
allen  Zeiten  ist  es  der  Sitz  besonderer 2 ,  namhafter  Könige
gewesen,  wie  denn  in  den  Chroniken  der  Perserkönige  geschrieben
steht,  dass  ein  Verwandter  des  Bahräm  Gur,  der  oberste  Heerführer ­
  des  Perserreiches,  in  jenes  Land  kam  und  sich  desselben
bemächtigte.  Diese  Nachricht  hält  man  für  wahr.  Als  die
Herrschaft  der  Araber  —  möge  sie  ewig  dauern!  —  die  Spuren

1  Wie  man  von  einem  christlichen  Lande  sagen  würde,  es  habe  viele
Kirchen.  Von  Farghäna  sagt  Yfikfit  III,  879,  3:  ,es  hatte  40  Kanzeln 1 .
Eine  Aufzählung  von  Kanzeln  s.  bei  Alistakhri  263,  6.
2  Morley  schreibt  hier  und  S.  868,  3  d.  i.  was
bei  Albaihaki  auch  als  Adjectiv  mit  der  Bedeutung  .besonders,  separat 1
gebraucht  wird.
            
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