Zur Geschichte und Chronologie von Khwärizm.
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len oder Gewährsmänner in dem auf Khwärizm (und Sug'lid)
bezüglichen Theil. Ueber diese Gegenstände schrieb er aus
eigener Anschauung, schöpfte aus den Traditionen des Volkes
und hatte vermuthlich alles, was an Documenten und Chroniken
aus alter Zeit in den Archiven seiner Vaterstadt und
des ganzen Landes übei’liefert war, vollständig zu seiner Verfügung.
Alle diese Quellen scheinen ausser von ihm zu seiner
Zeit und auch späterhin von keinem anderen mehr benutzt
worden zu sein. Die Volkstradition wurde verdrängt durch
die Legenden des Koran und die meisten Schriftwerke mögen
bei der gänzlichen Verwüstung des Landes durch die Mongolen
verloren gegangen sein.
Bevor wir unsere Bemerkungen zu Albirünis Bericht über
die Geschichte Khwärizms schliessen, machen wir noch auf
eine Stelle bei Albaihaki aufmerksam, die vermuthlich aus der
,Chronik von Khwärizm' des ersteren entlehnt ist. Albaihaki
sagt, dass Khwärizm zu aller Zeit ein selbstständiges Reich
mit selbstständigen Fürsten gewesen sei, und berichtet die
sonst unbekannte Thatsache, dass zur Zeit des Sasanidenkönigs
Bahrämgür (s. Mujmil-altawarikh, Journal Asiatique 1841 Dec.
12. B. S. 515) einer seiner Verwandten, der obei’ste Heerführer
des Reiches, sich Khwärizms bemächtigt habe. Ob aber diese
Besitzei’greifung nur eine vorübergehende oder von längerer
Dauer war, wird nicht angedeutet. Wir lassen Albaihaki 834
selbst reden: ,Khwärizm ist eine Provinz, wie ein Iklim,
80 Farsakh lang und breit. Es gibt dort viele Kanzeln. 1 Zu
allen Zeiten ist es der Sitz besonderer 2 , namhafter Könige
gewesen, wie denn in den Chroniken der Perserkönige geschrieben
steht, dass ein Verwandter des Bahräm Gur, der oberste Heerführer
des Perserreiches, in jenes Land kam und sich desselben
bemächtigte. Diese Nachricht hält man für wahr. Als die
Herrschaft der Araber — möge sie ewig dauern! — die Spuren
1 Wie man von einem christlichen Lande sagen würde, es habe viele
Kirchen. Von Farghäna sagt Yfikfit III, 879, 3: ,es hatte 40 Kanzeln 1 .
Eine Aufzählung von Kanzeln s. bei Alistakhri 263, 6.
2 Morley schreibt hier und S. 868, 3 d. i. was
bei Albaihaki auch als Adjectiv mit der Bedeutung .besonders, separat 1
gebraucht wird.