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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 73. Band, (Jahrgang 1873)

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Sachau.

Von  einer  persönlichen  Beziehung  zwischen  Albirüni  und
den  Shähs  ist  nichts  bekannt.  Der  letzte  derselben  wurde
getödtet,  als  Albirüni  22  Jahre  alt  war.  Dagegen  war  er  Jahre
lang  der  vertraute  Rathgeher  des  Hauses  Ma’mün,  welches
durch  die  Ermordung  des  Shäh  die  Alleinherrschaft  im  Lande
an  sich  gerissen  hatte.  Er  sagt  bei  Albaihaki  (Bibliotheca
Indica)  S.  838  Z.  4:  ,Ich,  Abü-alraihän,  der  ich  7  Jahre  ihm
gedient  habe',  nämlich  dem  ’Abü-al'abbäs  Ma’mün  ben  Ma’mün
(gest.  A.  H.  407),  dem  zweiten  Nachfolger  jenes  bei  Mirkhond
erwähnten  Ma’mün  b.  Muhammad.  Ueber  die  Hochachtung,
die  der  Fürst  ihm  zollte,  vgl.  die  von  ihm  selbst  erzählte
Geschichte  bei  Albaihaki  S.  840.  Albirüni  war  zwar  nicht
sein  Vezir,  aber  sein  Rathgeber  bei  den  wichtigsten  Staatsangelegenheiten ­
  (das.  S.  842).  Die  sieben  Jahre,  während
welcher  er  dem  Ma’mün  diente,  scheinen  die  Jahre  von  A.  II.
400—407  gewesen  zu  sein.  Nach  der  Ermordung  des  Ma’mün
(A.  II.  407)  wurde  Albirüni  auf  gewaltsame  Weise  quiescirt
(Albaihaki  448  ^jtj)
Albirüni  hat  ferner  keines  seiner  Werke  dem  Shäh  ’Abü-'Abdallah
  gewidmet,  hatte  auch  vermuthlich  bis  zu  dessen  Tode
noch  nicht  viel  geschrieben.  .  Die  Chronologie  ist  dem  Shamsalma'äli
  Käbüs  ben  Washmgir  gewidmet,  der  in  den  Jahren
A.  II.  366—371  und  388—403  Jurjän  beherrschte  (s.  Defremery,
  Histoire  des  Samanides  S.  210  ff.).
Soweit  wir  Albirünis  Lebensumstände  kennen,  gewähren
sie  keinerlei  Anhaltspunkt,  um  ihn  der  Parteilichkeit  für  das
uralte  Fürstengeschlecht  seiner  Heimath  zu  verdächtigen;  im
Gegentheil  lag  es  ihm  als  Freund  der  Verdränger  und  Nachfolger ­
  der  Shähs  näher,  diese  letzteren  herabzusetzen.  Er
geniesst  den  Ruhm  höchster  Wahrheitsliebe  (s.  Elliot,  History
of  India  II  S.  2)  und,  soweit  wir  aus  seinen  Schriften  urtlieilen
können,  mit  vollem  Recht.  An  mehreren  Stellen  seiner  Chronologie ­
  verurtheilt  er  mit  besonderer  Schärfe  diejenigen,  welche
aus  persönlichen  Motiven  Genealogien  fabriciren  und  Geschichte
fälschen.
Während  Albirüni  im  allgemeinen  sehr  sorgfältig  die
Quellen  seiner  Nachrichten  bezeichnet,  nennt  er  keinerlei  Quel-
            
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