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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 73. Band, (Jahrgang 1873)

Zur  Geschichte  und  Chronologie  von  khwärizm.

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Würde  und  mit  ihr  die  Dynastie  Afrfgh-Siyäwusli  erlosch,  und
dass  der  Titel  Khwärizm  shäh,  der  noch  Jahrhunderte  lang-  im
Gebrauch  war,  einfach  auf  die  nachfolgenden  Beherrscher  des
Landes  übertragen  wurde,  scheint  dies  Ereigniss  nicht  gehabt
zu  haben.  1
Wir  sind  hiermit  an  das  Ende  unseres  Commentars  zu
dem  oben  mitgetheilten  Abschnitt  aus  Albirünis  Chronologie
angelangt.  Wenn  seine  Mittheilung  sich  bewahrheitet,  so  erfahren ­
  wir  durch  sic  die  ebenso  interessante  wie  bisher  unbekannte
Thatsache,  dass  eine  Dynastie,  welche  ihren  Ursprung  auf  die
Kayanier  zurückführte,  während  eines  Zeitraumes  von  690  Jahren
(von  A.  D.  305—995)  den  Thron  von  Khwärizm  inne  hatte;
sie  war  gleichzeitig  mit  den  Sasaniden,  Omayyaden,  Abbasiden
  und  den  Fürstengcschlechtern  der  Tähiriden,  Saffäriden
und  Sämäniden,  welche  den  Osten  des  Chalifenreiches  beherrschten. ­
  Bis  zur  Zeit  der  Eroberung  durch  Kutaiba  ben
Muslim  waren  sie  die  alleinigen  Gebieter  des  Landes;  späterhin ­
  existirten  neben  ihnen  die  Statthalter  der  Chalifen  oder
der  jeweiligen  Beherrscher  von  Khuräsän  und  Transoxanien.
Als  der  Stammvater  des  Geschlechtes  wird  Siyäwush,  der
Sohn  des  Kaikäüs,  angegeben.  Er  soll  92  Jahre  nach  dom
Anfang  der  Bebauung  Khwärizms  (1292  vor  Chr.  Geb.)  dorthin ­
  gekommen  sein,  also  1200  vor  Chr.  Geb.  Diese  beiden
Daten  sind  höchst  wahrscheinlich  das  Resultat  gelehrter,  chronologischer ­
  Berechnung.
Die  Zahl  der  Fürsten  dieses  Hauses  für  die  Zeit  von
A.  D.  305—995  beträgt  22,  die  durchschnittliche  Regierungsdauer ­
  eines  jeden  etwas  über  31  Jahre.  Für  die  chronologische
Anordnung  gewährt  uns  Albirüni  die  folgenden  vier  Daten:
I.  Erbauung  des  Königsschlosses  durch  Afrigli  A.  D.  305.
II.  Arthamükh,  der  10.  Shäh  aus  diesem  Hause,  gleichzeitig
mit  Muhammads  prophetischer  Mission  A.  D.  610.
III.  Askajamük,  der  14.  Shäh,  gleichzeitig  mit  der  Eroberung
durch  Ibn  Kutaiba  A.  D.  712.
IV.  'Abu-'Abdallah,  der  22.  Shäh,  wird  ermordet  A.  D.  995.
1  Ueber  die  Schicksale  des  einheimischen  Fürstengeschlechtes  von  Bukhära
im  Islam  und  sein  schliessliehes  Verschwinden  unter  den  Samaniden  (der
letzte,  ’Abu-’Ishäk,  starb  A.  H.  301)  s.  Vambery,  Skizzen  aus  Mittelasien
S.  212;  Geschichte  Bukhäräs  I,  3.  4.  (nach  dem  Ta’rikh-i-Narshakhi)
            
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