Zur Geschichte und Chronologie von khwärizm.
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Würde und mit ihr die Dynastie Afrfgh-Siyäwusli erlosch, und
dass der Titel Khwärizm shäh, der noch Jahrhunderte lang- im
Gebrauch war, einfach auf die nachfolgenden Beherrscher des
Landes übertragen wurde, scheint dies Ereigniss nicht gehabt
zu haben. 1
Wir sind hiermit an das Ende unseres Commentars zu
dem oben mitgetheilten Abschnitt aus Albirünis Chronologie
angelangt. Wenn seine Mittheilung sich bewahrheitet, so erfahren
wir durch sic die ebenso interessante wie bisher unbekannte
Thatsache, dass eine Dynastie, welche ihren Ursprung auf die
Kayanier zurückführte, während eines Zeitraumes von 690 Jahren
(von A. D. 305—995) den Thron von Khwärizm inne hatte;
sie war gleichzeitig mit den Sasaniden, Omayyaden, Abbasiden
und den Fürstengcschlechtern der Tähiriden, Saffäriden
und Sämäniden, welche den Osten des Chalifenreiches beherrschten.
Bis zur Zeit der Eroberung durch Kutaiba ben
Muslim waren sie die alleinigen Gebieter des Landes; späterhin
existirten neben ihnen die Statthalter der Chalifen oder
der jeweiligen Beherrscher von Khuräsän und Transoxanien.
Als der Stammvater des Geschlechtes wird Siyäwush, der
Sohn des Kaikäüs, angegeben. Er soll 92 Jahre nach dom
Anfang der Bebauung Khwärizms (1292 vor Chr. Geb.) dorthin
gekommen sein, also 1200 vor Chr. Geb. Diese beiden
Daten sind höchst wahrscheinlich das Resultat gelehrter, chronologischer
Berechnung.
Die Zahl der Fürsten dieses Hauses für die Zeit von
A. D. 305—995 beträgt 22, die durchschnittliche Regierungsdauer
eines jeden etwas über 31 Jahre. Für die chronologische
Anordnung gewährt uns Albirüni die folgenden vier Daten:
I. Erbauung des Königsschlosses durch Afrigli A. D. 305.
II. Arthamükh, der 10. Shäh aus diesem Hause, gleichzeitig
mit Muhammads prophetischer Mission A. D. 610.
III. Askajamük, der 14. Shäh, gleichzeitig mit der Eroberung
durch Ibn Kutaiba A. D. 712.
IV. 'Abu-'Abdallah, der 22. Shäh, wird ermordet A. D. 995.
1 Ueber die Schicksale des einheimischen Fürstengeschlechtes von Bukhära
im Islam und sein schliessliehes Verschwinden unter den Samaniden (der
letzte, ’Abu-’Ishäk, starb A. H. 301) s. Vambery, Skizzen aus Mittelasien
S. 212; Geschichte Bukhäräs I, 3. 4. (nach dem Ta’rikh-i-Narshakhi)