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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 73. Band, (Jahrgang 1873)

Zur  Geschichte  und  Chronologie  von  Khwärizra.

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er  sich  noch  an  einer  andern  Stelle  (R.  Bl.  22 b ):  ^6"  LJ
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-k-ftif  J..C  xJ!  ,Nachdem  Kutaiba  ben  Muslim  ihre  (der  Khwärizmier)
  Schreiber  zu  Grunde  gerichtet,  ihre  Priester  getödtet,
ihre  Bücher  und  Schriften  verbrannt,  lebten  sie  fort  in  Unwissenheit, ­
  sich  in  allem,  was  sie  brauchten,  auf  das  Gedächtnis ­
  verlassend*.  Vermuthlich  schwebte  Albirüni  bei  dieser
Schilderung  das  Bild  Alexanders  vor,  wie  er  in  Persepolis  die
Schätze  altpersischer  Gelehrsamkeit  den  Flammen  preisgab.
Nach  der  muhammedanisclien  Eroberung  Khwärizms  scheint
nun  ein  staatsrechtlicher  Dualismus  im  Lande  bestanden  zu
haben,  nämlich  die  Wiläya  und  die  Shäkiyya,  das  Amt  des
Gouverneurs  und  das  Königthum,  welches  in  der  Familie  Afrigh-Siyäwush
  forterbte.  Die  Wälis  waren  die  Unterstatthalter  der
jeweiligen  Gouverneure  oder  selbstständigen  Beherrscher  von
Klmräsän.  In  welcher  Weise  die  Machtbefugnisse  zwischen
beiden  getheilt  waren,  deutet  Albirüni  nicht  an;  vermuthlich
hatte  der  Wäli  seinen  Sitz  in  Gurgänj,  der  Shäli  den  seinigen
in  Käth.  In  unruhigen  Zeiten  suchte  natürlich  der  eine  auf
Kosten  des  anderen  seine  Macht  zu  erweitern,  wobei  es  sich
ereignet  haben  mag,  dass  die  Shähs  zuweilen  die  ganze  Herrschaft ­
  des  Landes  wieder  an  sich  rissen.  Dies  Verhältniss
blieb  bestehen  bis  A.  H.  385,  in  welchem  Jahr  der  letzte  Shäli
Abü-Abdallah  Muhammad  ben  Ahmad  ermordet  wurde.  Damit
war  der  Dualismus  aufgehoben  und  der  in  Gurgänj  residirende
Wall  von  nun  an  Alleinherrscher  im  Lande.
In  dem  Zeitraum  von  283  Jahren  zwischen  der  Eroberung
durch  Kutaiba  und  dem  Tode  des  ’Abü-'Abdalläh  Muhammad
A.  H.  93—385  (A.  D.  712—995)  regierten  die  letzten  acht
Fürsten  aus  der  alten  Dynastie:
A-*-s?  aüjl  Aaä  y-?l
Von  dem  vorletzten  Shäli  Abü-Sa'id  Ahmad  ben  Muhammad ­
  berichtet  Albirüni,  dass  er,  nachdem  er  A.  Alexandri  1263
(A.  D.  952)  aus  der  Gefangenschaft  der  Samaniden  in  Bukhärä
befreit  war,  eine  Reform  des  khwärizmischen  Kalenders  nach
            
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