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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 73. Band, (Jahrgang 1873)

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Sachau.

Der  Shäh  bat  Kutaiba  um  Hülfe  und  versprach  ihm  dafür
Geld  und  die  Schlüssel  der  Hauptstadt.  Nachdem  diese  Bedingung ­
  erfüllt  war,  entsandte  Kutaiba  seinen  Bruder  'Abdalrahmän
  ben  Muslim  mit  einem  Heere.  Die  Muslims  lieferten  dem
Khurzäd  eine  Schlacht,  in  der  dieser  fiel;  4000  Gefangene
wurden  gemacht  und  getödtet.  Dem  Vertrage  gemäss  bestätigte
Kutaiba  den  Shäh  als  Landesfürsten.  Die  Khwärizmier  aber,
mit  diesem  Arrangement  nicht  zufrieden,  erklärten  den  Shäh
für  einen  Schwachkopf  und  ermordeten  ihn.  In  Folge  dessen
stationirte  Kutaiba  seinen  Bruder  'Abdallah  b.  Muslim  mit
einem  muslimischen  Heer  als  Statthalter  (Wall)  im  Lande.
Ein  etwas  ausführlicherer  Bericht  über  diese  Eroberung
findet  sich  bei  Ibn-alathir  IV,  451  unter  den  Ereignissen  von
A.  H.  93.  Kutaiba  zog  von  Merw  nach  Hezärasp,  und  nachdem ­
  die  Bedingungen  des  Vertrages  von  dem  Shäh  ausgeführt
waren,  sandte  er  seinen  Bruder  'Abdalrahmän  gegen  den  Rebellen, ­
  der  hier  Khämjird  1  heisst,  während  der  Bruder  des  Shäh
S.  451  Khurzäd  genannt  wird.  Khämjird  wird  geschlagen  und
getödtet,  der  Prinz  und  sein  Anhang  gefangen.  Kutaiba  überliefert ­
  sie  dem  Shäh,  der  sie  tödten  und  ihr  Vermögen  dem
Kutaiba  zukommen  lässt.  Vgl.  Weil,  Geschichte  der  Chalifen
I,  501.  502.
Wenn  Albirüni  sagt:  ,Nachdem  Kutaiba  ben  Muslim
Khwärizm  nach  dem  Abfall  der  Khwärizmier  zum  zweiten
Mal  erobert  hatte*,  so  dachte  er  sich  vermuthlich  die  oben
erwähnte  Eroberung  durch  'Umayya  ben  'Abdalläh  als  die
erste;  denn  von  einer  zweimaligen  Eroberung  durch  Kutaiba
ist  nichts  bekannt.  Man  müsste  denn  annehmen,  dass,  nachdem
die  Einheimischen  den  von  Kutaiba  bestätigten  Shäh  (mit
Namen  Askajamük  nach  Albirüni)  ermordet,  eine  Erhebung
gegen  die  muslimischen  Eroberer  erfolgt  sei,  welche  eine  erneute ­
  Eroberung  des  Landes  nothwendig  machte.
Albirüni  schildert  Kutaiba  als  den  Zerstörer  seines  Heimathlandes
  und  macht  ihn  verantwortlich  —  ob  mit  Recht  oder
Unrecht,  lassen  wir  dahingestellt  —  für  die  geistige  Verkommenheit ­
  seiner  Landsleute.  Ueber  denselben  Gegenstand  äussert

1  Unter  Khämjird  haben  wir  uns  vermuthlich  den  Hauptführer  der  Partei
des  Prinzen  Khurzäd  zu  denken.
            
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