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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 73. Band, (Jahrgang 1873)

Zur  Geschichte  und  Chronologie  von  Khwärizm.

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möchten  wir  nach  Analogie  der  meisten  grossen  Städte  in
Centralasien  annehmen,  dass  es  ursprünglich  der  Rabad  (udjj)
d.  h.  die  Vorstadt  gewesen  ist,  die  ausserhalb  der  eigentlichen
Stadtmauer,  aber  innerhalb  des  von  Albalädhuri  erwähnten
Grabens  lag.  Wir  erinnern  an  das  Beispiel  der  Stadt  Rai.  Sie
bestand  nach  Albalädhuri  S.  319  aus  einer  von  einem  Graben
((jjtX-ü-)  umgebenen  inneren  Stadt;  in  einiger  Entfernung
umzog  eine  zweite,  leichtere  Befestigung  (eine  Pallisadcnkctte
sannnt  Graben  (hier  genannt)  die  ganze  Stadt.
Die  Vorstadt  zwischen  den  beiden  Befestigungslinien  hiess
Almuhammadiyya  oder  im  Munde  der  Leute  ,die  äussere
Stadt'  (persisch  Birün).  Und  aus  diesem  Birün  des  alten
Khwärizm,  aus  der  Vorstadt  Kätli  stammt  nach  unserer  Ansicht
Albi  rüni  oder  trägt  wenigstens  von  ihr  seinen  Namen.  Diese
Ableitung  ist  übrigens  keineswegs  neu,  sondern  findet  sich
schon  in  Sim'äm’s  Kitäb-al’ansäb,  welche  Dowson  in  Elliot,
History  of  India  II,  1  Anm.  2  citirt:  Birüni  is  derived  from
the  Persian  and  made  to  apply  to  any  one  born  out  of  Khwärizm. ­
  Ob  das  Wort  Birün  auch  im  khwärizmischen  Dialect
existirte,  oder  ob  es  die  persische  Uebersetzung  des  khwärizmischen ­
  Käth  ist  (vgl.  die  oben  auf  Auetorität  Yäküts  angegebene ­
  Bedeutung  des  Wortes),  ist  ziemlich  irrelevant.  Unser
Autor  nennt  sich  mit  Recht  Alkhwärizn'd  ÄUnrünt,  weil  er  in
der  alten  dreitheiligen  Landeshauptstadt,  deren  beide  unmittelbar ­
  am  Oxus  gelegene  Stadttheile  zur  Zeit  seiner  Geburt
(A.  H.  362)  wenigstens  bruchstückweise  noch  existirten,  und
speciell  in  Käth  oder  Birün,  der  Vorstadt  derselben  und  dem
einzigen  von  dem  Oxus  verschonten,  zu  einer  grossen  Stadt
angewachsenen  Stadttheil  geboren  war.
Je  mehr  Khwärizm  an  Bedeutung  Verlor,  um  so  mehr
blühte  Gurgänj  auf;  im  4.  Jahrh.  der  Flucht  war  noch  Käth
die  grösste  und  Hauptstadt  des  Landes,  Gurgänj  die  zweitgrösste. ­
  Nachdem  Käth  aufgehört  der  Sitz  der  Shälis  zu  sein
(A.  H.  385),  wurde  Gurgänj,  die  Residenz  der  Gouverneure,
die  grösste  und  die  Hauptstadt  des  Landes,  als  welche  sie
Yäküt  kennen  lernte.  Käth  soll  —  nach  Yälcüt  —  auch  Almansüra
  genannt  worden  sein.  Er  begeht  einen  groben  Irrthum,
indem  er  Fil  und  Gurgänj  als  auf  beiden  Seiten  des  Flusses
sich  gegenüber  liegend  bezeichnet  und  glaubt,  dass  nach  der
            
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