Zur Geschichte und Chronologie von Khwärizm.
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möchten wir nach Analogie der meisten grossen Städte in
Centralasien annehmen, dass es ursprünglich der Rabad (udjj)
d. h. die Vorstadt gewesen ist, die ausserhalb der eigentlichen
Stadtmauer, aber innerhalb des von Albalädhuri erwähnten
Grabens lag. Wir erinnern an das Beispiel der Stadt Rai. Sie
bestand nach Albalädhuri S. 319 aus einer von einem Graben
((jjtX-ü-) umgebenen inneren Stadt; in einiger Entfernung
umzog eine zweite, leichtere Befestigung (eine Pallisadcnkctte
sannnt Graben (hier genannt) die ganze Stadt.
Die Vorstadt zwischen den beiden Befestigungslinien hiess
Almuhammadiyya oder im Munde der Leute ,die äussere
Stadt' (persisch Birün). Und aus diesem Birün des alten
Khwärizm, aus der Vorstadt Kätli stammt nach unserer Ansicht
Albi rüni oder trägt wenigstens von ihr seinen Namen. Diese
Ableitung ist übrigens keineswegs neu, sondern findet sich
schon in Sim'äm’s Kitäb-al’ansäb, welche Dowson in Elliot,
History of India II, 1 Anm. 2 citirt: Birüni is derived from
the Persian and made to apply to any one born out of Khwärizm.
Ob das Wort Birün auch im khwärizmischen Dialect
existirte, oder ob es die persische Uebersetzung des khwärizmischen
Käth ist (vgl. die oben auf Auetorität Yäküts angegebene
Bedeutung des Wortes), ist ziemlich irrelevant. Unser
Autor nennt sich mit Recht Alkhwärizn'd ÄUnrünt, weil er in
der alten dreitheiligen Landeshauptstadt, deren beide unmittelbar
am Oxus gelegene Stadttheile zur Zeit seiner Geburt
(A. H. 362) wenigstens bruchstückweise noch existirten, und
speciell in Käth oder Birün, der Vorstadt derselben und dem
einzigen von dem Oxus verschonten, zu einer grossen Stadt
angewachsenen Stadttheil geboren war.
Je mehr Khwärizm an Bedeutung Verlor, um so mehr
blühte Gurgänj auf; im 4. Jahrh. der Flucht war noch Käth
die grösste und Hauptstadt des Landes, Gurgänj die zweitgrösste.
Nachdem Käth aufgehört der Sitz der Shälis zu sein
(A. H. 385), wurde Gurgänj, die Residenz der Gouverneure,
die grösste und die Hauptstadt des Landes, als welche sie
Yäküt kennen lernte. Käth soll — nach Yälcüt — auch Almansüra
genannt worden sein. Er begeht einen groben Irrthum,
indem er Fil und Gurgänj als auf beiden Seiten des Flusses
sich gegenüber liegend bezeichnet und glaubt, dass nach der