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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 73. Band, (Jahrgang 1873)

Zur  Geschichte  und  Chronologie  von  Khwärizm.

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Nach  Albalädhuri  bezeiclmete  Khwärizm  die  ganze  dreitheilige
  Stadt,  während  Fil  der  Name  des  am  meisten  befestigten
Stadttheiles  (also  vermuthlich  der  Citadelle)  war.  Wie  aber
die.  beiden  andern  Stadttheile  hiessen,  gibt  er  nicht  an.
Ibn  Khurdädbih,  der  zwischen  A.  H.  240  —260  sein  Kitäbalmasälik-walmamälik
  verfasste,  erwähnt  Khwärizm  und  Kätli
neben  einander,  s.  die  Ausgabe  von  B.  de  Meynard  (Journ.
Asiatique  1865)  S.  39.  246.
Ausführlichere  Nachrichten  finden  wir  bei  Alistakhri,  der
um  A.  H.  340  das  Reise  werk  des  A.  H.  322  verstorbenen
Albalkhi  neu  herausgab  (vgl.  De  Goeje,  Zeitschrift  der  deutsch,
morgenländ.  Gesellschaft  B.  25  S.  42).  Er  sagt  (Ausgabe  von
De  Goeje  S.  299  ff.),  dass  die  Hauptstadt  von  Khwärizm
nördlich  vom  Oxus  liege,  und  beschreibt  sie  weiter:  ,Die
Hauptstadt  des  Landes  wird  im  khwärizmischen  Dialekt  Käth
genannt.  Sie  besteht  aus  einer  nunmehr  verödeten  Citadelle,
und  aus  einer  (eigentlichen)  Stadt.  Der  Oxus  hat  sie  aber
zerstört  und  die  Leute  haben  sich  hinter  derselben  (also  weiter
östlich)  wieder  angebaut.  Der  Fluss  ist  auch  der  Citadelle  schon
sehr  nahe  gerückt  und  man  befürchtet  ihren  Einsturz.  Die
Hauptmoschee  steht  hinter  der  Citadelle,  das  Schloss  des
Khwärizm-Shäh  bei  der  Hauptmoschee  und  das  Gefängniss  bei
der  Citadelle.  Mitten  durch  die  Stadt  geht  der  Canal  Jardür,
der  Stadt  und  Markt  in  zwei  Hälften  theilt.  Die  Stadt  ist
ungefähr  ein  Drittel  Farsakh  lang  und  breit.  Die  Thore  des
zerstörten  Stadttheiles  sind  verschwunden.  Die  übrige  Stadt
ist  hinter  dem  zerstörten  Theil  auf  der  Thalsole  erbaut.'
Ferner  auf  S.  304:  ,Khwärizm  ist  eine  fruchtbare,  an
Speisen  und  Früchten  reiche  Stadt.'  Sie  war  drei  Tagereisen
von  dem  weiter  nördlich  am  Westufer  des  Oxus  gelegenen
Jurjäniyya  entfernt  (a.  a.  0.  S.  341).
Das  Reisewerk  Balkhi-Istakhri  wurde  zum  dritten  Mal
von  Ibn  Haukal  bearbeitet  und  herausgegeben;  er  war  A.  H.
331  angefangen  zu  reisen  und  seine  Publication  fällt  in  das
Jahr  A.  II.  367.  Sein  Bericht  von  Khwärizm  stimmt  meistens
wörtlich  mit  dem  des  Istakhri  überein.  Während  zur  Zeit  des
ersteren  ein  Theil  der  Stadt  vom  Oxus  zerstört  war,  die  Citadelle, ­
  wenn  auch  Einsturz  drohend,  noch  bestand,  so  war  zur
Zeit  Ibn  Haukals  (Ausgabe  von  De  Goeje  S.  351)  beides,  Stadt
Sitzungsber.  d.  pliil.-hist.  CI.  LXXIII.  Bd.  111.  Hft.  32
            
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