Zur Geschichte und Chronologie von Khwärizm.
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Nach Albalädhuri bezeiclmete Khwärizm die ganze dreitheilige
Stadt, während Fil der Name des am meisten befestigten
Stadttheiles (also vermuthlich der Citadelle) war. Wie aber
die. beiden andern Stadttheile hiessen, gibt er nicht an.
Ibn Khurdädbih, der zwischen A. H. 240 —260 sein Kitäbalmasälik-walmamälik
verfasste, erwähnt Khwärizm und Kätli
neben einander, s. die Ausgabe von B. de Meynard (Journ.
Asiatique 1865) S. 39. 246.
Ausführlichere Nachrichten finden wir bei Alistakhri, der
um A. H. 340 das Reise werk des A. H. 322 verstorbenen
Albalkhi neu herausgab (vgl. De Goeje, Zeitschrift der deutsch,
morgenländ. Gesellschaft B. 25 S. 42). Er sagt (Ausgabe von
De Goeje S. 299 ff.), dass die Hauptstadt von Khwärizm
nördlich vom Oxus liege, und beschreibt sie weiter: ,Die
Hauptstadt des Landes wird im khwärizmischen Dialekt Käth
genannt. Sie besteht aus einer nunmehr verödeten Citadelle,
und aus einer (eigentlichen) Stadt. Der Oxus hat sie aber
zerstört und die Leute haben sich hinter derselben (also weiter
östlich) wieder angebaut. Der Fluss ist auch der Citadelle schon
sehr nahe gerückt und man befürchtet ihren Einsturz. Die
Hauptmoschee steht hinter der Citadelle, das Schloss des
Khwärizm-Shäh bei der Hauptmoschee und das Gefängniss bei
der Citadelle. Mitten durch die Stadt geht der Canal Jardür,
der Stadt und Markt in zwei Hälften theilt. Die Stadt ist
ungefähr ein Drittel Farsakh lang und breit. Die Thore des
zerstörten Stadttheiles sind verschwunden. Die übrige Stadt
ist hinter dem zerstörten Theil auf der Thalsole erbaut.'
Ferner auf S. 304: ,Khwärizm ist eine fruchtbare, an
Speisen und Früchten reiche Stadt.' Sie war drei Tagereisen
von dem weiter nördlich am Westufer des Oxus gelegenen
Jurjäniyya entfernt (a. a. 0. S. 341).
Das Reisewerk Balkhi-Istakhri wurde zum dritten Mal
von Ibn Haukal bearbeitet und herausgegeben; er war A. H.
331 angefangen zu reisen und seine Publication fällt in das
Jahr A. II. 367. Sein Bericht von Khwärizm stimmt meistens
wörtlich mit dem des Istakhri überein. Während zur Zeit des
ersteren ein Theil der Stadt vom Oxus zerstört war, die Citadelle,
wenn auch Einsturz drohend, noch bestand, so war zur
Zeit Ibn Haukals (Ausgabe von De Goeje S. 351) beides, Stadt
Sitzungsber. d. pliil.-hist. CI. LXXIII. Bd. 111. Hft. 32