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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 73. Band, (Jahrgang 1873)

Zur  Geschichte  und  Chronologie  von  Khwärizm.

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thümliches  chronologisches  System  Vorgelegen  hat,  welches  von
der  Vulgata  durchaus  verschieden  war.  Ein  solches  ist  nun
wirklich  von  dem  unbekannten  Verfasser  des  Mujmil-altawärikh
überliefert,  mit  Hülfe  dessen  wir  nachweisen  zu  können  glauben,
wie  Albirüni  dazu  gekommen  ist,  das  Jahr  888  vor  Alexander
als  das  Datum  der  Flucht  des  Siyäwush  anzusetzen.
Nach  dem  Mujmil  (s.  Quatremere,  Journal  Asiatique  1839,
7  S.  263)  regierte  Kaikobäd  1063  Jahre  vor  Alexander.  Rechnen ­
  wir  mit  Firdausi  100  Jahre  für  die  Regierung  des  Kaikobäd,
  so  ergibt  sich  das  Jahr  963  vor  Alex,  als  Regierungsanfang ­
  des  Kaikäüs.  Letzterer  regierte  150  Jahre  (Journal
Asiatique  1841,  11  S.  321);  setzen  wir,  wie  bisher,  die  Flucht
des  Siyäwush  an  den  Anfang  der  zweiten  Hälfte  seiner  Regierung, ­
  so  erhalten  wir  hierfür  das  Datum,  welches  Albirüni
angibt,  nämlich  888  vor  Alexander  (963—75  =  888).
Die  unter  den  Nachkommen  des  Siyäwush  nach  persischem
Vorgang  adoptirte  Datirungsweise  nach  den  Regierungsjahren
der  einzelnen  Shähs  wurde  unverändert  beibehalten  bis  zum
Jahre  616  nach  Alexander  (A.  D.  311).  Zu  dieser  Zeit  regierte
ein  Shäh  Namens  Afrigh  aus  dem  Geschlecht  des  Siyäwush,
von  dem  Albirüni  berichtet,  dass  er  sich,  wie  der  Sasanide
Yazdajird  der  Frevelhafte,  keines  guten  Namens  erfreut,  und
dass  er  nach  seinem  Tode  die  Herrschaft  auf  seinen  Sohn
vererbt  habe.  Afrigh  baute  A.  Alex.  616  sein  Residenz-Schloss
,L  inte  r  AlfiF,  was  als  ein  Epoche  machendes  Ereigniss  betrachtet ­
  worden  zu  sein  scheint.  Dennoch  aber  müssen  wir  aus  Albirüni’s
  Worten  ,So  kam  es,  dass  man  nach  ihm  und  seinen  Nachkommen ­
  datirte'  schliesson,  dass  man  nicht  nach  der  Erbauung
dieses  Schlosses  datirte,  sondern  in  gewohnter  Weise  nach  den
Regierungsjahren  des  jeweiligen  Shäh’s  aus  der  Familie  Afrigli-Siyäwush
  zu  rechnen  fortfuhr.
Das  hier  erwähnte  Alfir  wird  beschrieben  als  eine  an
der  Aussenseite  der  Stadt  Khwärizm  gelegene  Citadelle,.  eingeschlossen ­
  von  drei  Ringmauern,  in  deren  Mitte  die  Residenz-Schlösser
  der  Fürsten  emporragten  ;  sie  wurde  von  den  Finthen
des  Oxus  zerstört  und  die  letzte  Spur  derselben  war  A.  Alexandri
  1305  (A.  D.  994)  verschwunden.  Die  meisten  grösseren
Städte  in  Khuräsän  und  Transoxanien  bestanden  aus  einer
eigentlichen  Stadt,  einer  Citadelle  und  ausserhalb  der  Mauer
            
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