TJeber den Einfluss der Tonlehre auf Herbart’s Philosophie.
43
halten wie 1 : j/2 (nach der obigen Scliwellenrechnung). Unterdieser
Voraussetzung nämlich sind die Vorstellungen als reine
noch nicht verschwunden, obgleich am Verschwinden; die
Unterscheidung derselben von ihnen selbst, wie sie nach der
Wechselwirkung durch Verstärkung geworden sind, ist noch
möglich. Die Gleichheit beider Vorstellungen ist dabei nur
Eine, dagegen ihr Gegensatz vielfach, indem jeder conträre
Gegensatz wegen des Eigenthümlichen jeder Vorstellung zwei
contradictorische Gegensätze in sich schliesst. Von jener nun
geht die Nöthigung zum Einswerden, die sich deshalb auf jede
(der beiden) Vorstellungen gleich vertheilt, von diesen das
Streben des Auseinanderhaltens aus, das jeder Vorstellung als
solcher angehört. So sind vier Grössen in der Rechnung, die
beiden Gegensätze und die beiden Hälften der Gleichheit, von
denen sowohl die ersten als die letzten ein Paar gleicher
Grössen ausmachen. Hier können nun folgende Fälle statttinden,
deren Folgen aus obiger Schwellenrechnung sich ergeben,
wenn sie statt auf drei, auf vier einander hemmende Thätigkeiten
ausgedehnt wird. Stellen nämlich A = B die beiden
Vorstellungen, a = b die beiden Gegensätze und c = d die
beiden Hälften der Gleichheit dar, so wird
I. die Formel
A + c:A=\/ 2 : 1 1
B + c:B=]/2: 1 I
U414
: 1
den Punkt darstellen der reinen Unterscheidbarkeit;
II. die Formel
a : c = 1 : j/2
b : d = 1 : j/2
1 : 1-414. . . .
wird den Fall ausdrücken, wo die blossen Geg-ensätze zu der
halben Gleichheit das Verhältniss gewinnen, welches zum Eintritt
ins Bewusstsein nothwendig ist;
III. die Formel a = b — c = cl oder a : c = 1:1
b: d = 1:1
wird den Fall ausdrücken,
Gleichheit gleichen;
IV. die Formel
a : c = 1
b:d = \
wo die Gegensätze den Hälften der
1 : 0-707