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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 73. Band, (Jahrgang 1873)

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Sachau.

Burnoufs  Vorgang  von  qar  essen  ab  (vgl.  qcvretha  Speise,
Futter);  also  ,Speiseland'  oder  wie  Burnouf  will,  ,Futterland' 1 .
Dieselbe  Wurzel  qar  findet  sich  in  dem  Namen  eines  der
Canäle  des  Oxus  in  Khwärizm,  Gäukhwära  der  von
Istakhri  S.  301,  11  und  Yäkut  (Geographisches  Wörterbuch,
herausgeg.  von  F.  Wüstenfeld)  IV,  230  durch  LiüJI  ijS~\  ,  Kuhnahrung ­
 1  erklärt  wird.
Während  die  zweifache  Erwähnung  im  Avesta  uns  Khwärizm ­
  als  ein  zoroastrisches  Land  kennen  lehrt,  erfahren  wir
durch  die  beiden  Keilinschriften  von  Behistän  und  Persepolis,
dass  Khwärizm  unter  Darius  des  Hystaspes  Sohn  eine  Provinz
des  Perserreiches  bildete  (vgl.  Spiegel,  Die  Altpersischen  Keilinschriften ­
  S.  5  und  49).  Die  hier  vorkommende  Namensform
wird  gewöhnlich  Uvärazmi  gelesen,  was  mit  einem  dem  griechischen ­
  Ohr  vernehmbaren  Hauchlaut  angelautet  haben  soll
(vgl.  Spiegel  a.  a.  0.  S.  145).
Ueber  die  weiteren  Schicksale  Khwärizm’s  und  der  anderen ­
  Oxus-Länder  unter  den  übrigen  Achaemeniden,  zur  Zeit
Alexanders 2  und  seiner  Nachfolger,  während  der  Herrschaft
der  Arsaciden  und  Sasaniden  fehlt  es  an  zusammenhängenden
Nachrichten.  Obgleich  in  Folge  der  Expedition  Alexanders
die  Geographie  der  Griechen  einen  bedeutenden  Aufschwung
nahm,  so  war  doch  ihre  Kenntniss  von  diesen  östlichen  Ländern
so  mangelhaft,  dass  sie  z.  B.  von  der  Existenz  des  Aral-Sees
nichts  wussten.  Ammianus  Marcellinus  im  4.  Jahrh.  war  der
erste,  der  ihn  erwähnt  und  weiss,  dass  Oxus  und  Jaxartes  in
ihn  münden  (vgl.  Forbiger,  Handbuch  der  alten  Geographie
II,  76  Anm.  69).  Erst  dann,  wenn  die  Muslims  den  Oxus

1  Vgl.  mit  dieser  Etymologie  die  Worte  Alistakhri’s  (ed.  de  Gorje  304):
,Khwärizm  ist  eine  fruchtbare,  an  Speisen  und  Früchten  reiche  Stadt 1 .
Von  derselben  Wurzel  stammt  vermuthlich  Xoaprjvi),  der  Name  einer  an
Medien  angrenzenden  Provinz  Parthien’s.  Die  Khwärizmier  feierten  am
I.  Umi-t  (^c^o^l)  ein  Fest  genannt  —  A  ^  ^  JoY  lo\l,  was  Albirüni
(R  RI.  97)  erklärt  durch  —•  ^  -g\  ,•).  1 11  :  ■  4.  |  J^|  mit.  Fett,  gebackenes
Brod  essen 1 .  ^
2  In  Arrian’s  Anabasis  IV,  15  (ed  Diibner  S.  105)  wird  ein  ,König  der
Chorasmier,  Pharasmanes 1  <hapaa(j.dvr|5  6  Xtupaoputov  ßaoiXeu;  erwähnt,  der
sich  dem  Alexander  als  Führer  zu  einem  Zuge  gegen  die  Kolcher  und
Amazonen  antrug.
            
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