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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 73. Band, (Jahrgang 1873)

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Sacliaü.

urväm  pouruvästräm  bezeichnet.  Er  identificirt  urvä  mit
Urganj,  der  Hauptstadt  des  Landes;  dies  ist  aber  nur  die
türkische  Aussprache  für  die  einheimische  Namensform  Gurgänj
(bei  den  Arabern  Jurjaniyya),  worin  wir  wahrscheinlich  einen
Stamm  gurgä  und  eine  Endung  nj  zu  unterscheiden  haben.
Als  analog  hiermit  lassen  sich  die  Namen  für  den  4-  und  11.
Monat  des  Sughdischen  Jahres  Bisäk  dJLvo  und  Zhimadä
I  A*J\-  (entsprechend  dem  persischen  Ti  r  mäh  und  Bahmanmäh)
anführen,  welche  auch  in  den  Formen  Bisäkanj  j
und  Zhimadanj  überliefert  sind.  Aus  den  uns  vorliegenden ­
  Resten  des  khwärizmischen  Dialectes  lässt  sich  allerdings ­
  etwas  ähnliches  nicht  nacliweisen.  Die  Gleichsetzung  von
gurgä  und  urvä  (älterem  vurvä,  vehrvä?)  ist  sprachlich
zulässig  (vgl.  vehrkäna  und  Gurgän),  und  dass  der  Hauptort ­
  eines  Landes  als  Name  des  ganzen  Landes  gebraucht  wird,
kommt  gerade  in  Vendidäd  I.  noch  mehrmals  vor,  wie  z.  B.
Möuru  und  Bäkhdhi,  vgl.  Spiegel,  Eranische  Alterthumskunde  I,
214.  Ein  Hauptbedenken  gegen  Rawlinson’s  Deutung  bleibt
immerhin  der  Umstand,  dass  die  Hauptstadt  des  Landes  in
ältester  Zeit  eben  nicht  Gurgänj,  sondern  die  Stadt  Khwärizm
gewesen  zu  sein  scheint. 1

1  Wir  geben  bei  dieser  Gelegenheit  unsererseits  einen  Beitrag  zur  geographischen ­
  Erklärung  von  Vendidäd  cap.  I.  In  v.  42  (Klinentern  yim
vehrkänöshayanem)  ist  das  Wort  khnofitem  noch  unerklärt,  wenn
auch  im  allgemeinen  feststeht,  dass  mit  diesen  Worten  Hyrcanien  (Jurjän)
bezeichnet,  ist.  Die  Combinationen  von  Ifang  und  Justi  mit  je  Kandähär
und  Jurjänriid  entbehren  beide  gleich  sehr  der  Begründung.  Vgl.  Kiepert,
,Heber  die  geographische  Anordnung  der  Namen  arischer  Landschaften
im  I.  Fargard  der  Vendidäd“  in  den  Monatsberichten  der  k.  PreusSifchen
Akademie  der  Wissenschaften  in  Berlin  1856  (S.  631);  F.  Spiegel,  Eranische ­
  Alterthumskunde  I,  194.  195.
Die  Analogie  der  vv.  14  (gäum  yim  Qiighdhöshaynnem)  und  34
(väekeretem  yim  duzliakosliayanem)  hilft  uns  nicht  weiter,  da  in
beiden  Stellen  ausser  dem  Worte  911  gh  d  h  ö  noch  alles  andere  der  Erklärung ­
  harrt.
Wir  identificiren  Klinenta  mit  XaplvSa?,  welches  nach  den  alten  Geographen ­
  (Ptolemaeus  und  Ammianus)  der  Name  dos  Grenzflusses  zwischen
Hyrkanien  und  Medien  war,  von  Ptolemaeus  aber  Helion  zu  Medien
gerechnet  wurde.  Diejenige  hyrkanische  Völkerschaft,  welche  dies  Grenzland ­
  gegen  Medien  hin  bewohnte,  wurde  nach  dem  Flusse  benannt:  XpfJvSot.
            
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