Sachau. Zur Geschichte und Chronologie von Kliwarizm.
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Zur Geschichte und Chronologie von Kliwarizm.
Von
Dr. Ed. Sachau,
ord. Prof, für oriental. Sprachen an der Universität in Wien.
In dem centralasiatischen, durch den Oxus und Jaxartes
gebildeten Mesopotamien finden wir seit ältester Zeit mehrere
Culturstätten, welche ihr Leben, ihre jeweilige Bliithe diesen
grossen Strömen, ihren Tributären und den aus denselben
abgeleiteten Canälen verdanken. Die bedeutendste derselben
war und ist Sogdiana, dessen regstes Leben auf beiden Seiten
des Zarafshän, des IIoaut![j.y;tc' der Alten, pulsirt. Sogdiana
zusammen mit den westlich und südlich vom Oxus angrenzenden
Ländern Margiana und Bactriana, Takhäristän (dem Lande
der Tö^apoi) und Badakhshän dürfte als der Ursitz der Eranier
anzusehen sein. Ihre früheste Wanderung scheint dem Lauf
der beiden Ströme gefolgt zu sein, den Jaxartes hinab nach
Farghäna, der osteranischen Grenzmark gegen Türän, den Oxus
hinab nach Kliwarizm. Die nördlichste Culturstätte dieses Duäb
ist das Land der Xoipaapnoi oder Kliwarizm auf beiden Seiten
des unteren Oxus-Laufes. Ueberall in diesen Landen herrschte
eranische Sprache und Sitte, sowie die Religion Zoroaster’s
bis zur Zeit der arabischen Eroberung und noch Jahrhunderte
darüber hinaus.
In dem vermuthlich ältesten geographischen Denkmal der
Eranier, dem ersten Fargard des Vendidäd wird unter den
sechzehn von Ahuramazda geschaffenen Ländern Khwärizm
mit diesem Namen nicht erwähnt, ist aber nach Sir H. Rawlinson’s
Vermuthung in Vers 38 durch das früher unerklärte